25.10.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Südkoreaner beim Zeitunglesen in der U-Bahn
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nun hat sich auch die südkoreanische Regierung eindeutig zu dem Atomtest Nordkoreas geäußert. In der Atmosphäre wurde demnach an dem Tag erhöhte Radioaktivität festgestellt.
Nach den USA geht auch Südkorea davon aus, dass Nordkorea einen Atomtest durchgeführt hat. An dem betreffenden Tag sei in Südkorea erstmals ungewöhnlich hohe Radioaktivität in der Atmosphäre festgestellt worden, teilte am Mittwoch das Wissenschaftsministerium in Seoul mit.
In Luftproben wurde demnach das bei der Versuchsexplosion freigesetzte Edelgas Xenon nachgewiesen. Die Untersuchungen hätten somit erwiesen, dass Nordkorea tatsächlich eine unterirdische Atomexplosion am 9. Oktober in Kilchu im Nordosten des Landes ausgelöst habe, hieß es. Wo die radioaktiven Spuren gefunden wurden, teilte das Ministerium nicht mit.
Eine Frage «nationaler Sicherheit»Ein von der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap zitierter Ministeriumsvertreter sagte, es handele sich um eine Frage der «nationalen Sicherheit».
Der US-Geheimdienst hatte am 16. Oktober mitgeteilt, dass bei Luftuntersuchungen nach dem Test Radioaktivität nachgewiesen worden sei. Den Angaben zufolge hatte die Sprengkraft der nordkoreanischen Testbombe bei weniger als einer Kilotonne TNT gelegen.
Der Nuklearversuch hatte weltweit scharfe Kritik ausgelöst und zu Sanktionen des Weltsicherheitsrates geführt. (nz)