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Experte rechnet mit neuen Atommächten

13. Okt 2006 11:45

Militäraufmarsch in Nordkorea
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Foto: AP
Nordkorea besitzt nach Ansicht des Rüstungsexperten Thränert Plutonium für bis zu acht Atomwaffen. Den Test, den Pjöngjang durchgeführt hat, wertet er als «starken politischen Schlag» gegen den Sperrvertrag.
Angesichts des nordkoreanischen Nukleartests rechnet Oliver Thränert, Experte für Sicherheitspolitik der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik, damit, dass die Zahl der Atommächte zunehmen wird. «Der Test ist ein starker politischer Schlag gegen den Sperrvertrag», sagte Thränert der Netzeitung. «Wenn es nicht gelingt, auch Iran zu stoppen, wird sich der Vertrag in seine Bestandteile zerlegen.» Japan, Südkorea, Ägypten oder Taiwan seien Atommacht-Kandidaten.

Mehr in der Netzeitung:
  • USA dringen auf Sanktionen gegen Nordkorea 12. Okt 2006 08:01, ergänzt 10:31
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  • Frankreich zweifelt an Nordkoreas Atomtest 11. Okt 2006 07:58, ergänzt 12:15
  • Nach Thränerts Einschätzung ist Nordkorea im Besitz von genügend Plutonium für den Bau von bis zu acht Atomwaffen. Über die Bauart der Sprengsätze wisse man bislang nichts, räumte der Experte ein. Es sei aber «unwahrscheinlich, dass Nordkorea gegenwärtig Sprengsätze zu bauen in der Lage ist, die man mit Raketen verschießen kann», betonte Thränert. Doch «wenn man Nordkorea nicht bremst, wird dies jedoch irgendwann der Fall sein», gab er zu bedenken. Nordkorea sehe die nukleare Abschreckung als Teil seiner Überlebensstrategie. «Um das zu verwirklichen, müssen die Waffen aber auch glaubhaft einsetzbar sein.»

    Interview:
    Thränert räumte überdies ein, dass derzeit keine endgültige Aussage darüber getroffen werden könne, ob Nordkorea tatsächlich eine Kernwaffe getestet habe. «Die seismischen Messungen sind unterschiedlicher Natur und lassen keine endgültige Einschätzung zu, ob es ein nuklearer Sprengsatz war», sagte er. «Auch über die Stärke lässt sich nicht viel sagen, da wir die Struktur des Gesteins nicht kennen, in dem die Explosion stattfand.» Gleichwohl glaube er nicht, dass Nordkorea durch den Nukleartest «die Weltgemeinschaft hinters Licht geführt» habe.

    Die nordkoreanische Führung hatte am Montag mitgeteilt, das Land habe wegen der Bedrohung durch die USA einen Atomtest unternommen. Am Mittwoch hatte Pjöngjang die US-Bemühungen um Sanktionen als Kriegserklärung bezeichnet. Zudem drohte das weitgehend abgeschottete Land mit weiteren Atomtests. Im Westen wuchsen indes die Zweifel, ob Nordkorea tatsächlich einen Atomtest unternommen hat.

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