netzeitung.deLangläufer Teichmann: Das Silber ist wie Gold

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Lupe Langläufer Teichmann: Das Silber ist wie Gold

Nach einem wahren Wechselbad der Gefühle haben nun auch die Langläufer bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften eine Medaille gewonnnen. Der überragende Axel Teichmann hatte dennoch Wut im Bauch.

Axel Teichmann war selbst durch die sehnlichst erwartete Silbermedaille in der Langlauf-Staffel über 4 mal 10 Kilometer nicht zu beruhigen. Nach seiner fulminanten Aufholjagd ließ der Lobensteiner zunächst seinen Frust über die Kritik der zuvor gezeigten Leistungen ab.

«Wir haben gezeigt, dass wir nicht 'Oberstdoof' sind. Unsere Stimmung hatte nicht darunter gelitten. Die »Bild«-Zeitung hatte in dieser Woche die zuvor bei den Nordischen Weltmeisterschaften in Oberstdorf erfolglose Langlaufmannschaft als »Oberstdoof« betitelt. Und auch der ARD und dessen Reporter Wolfgang Nadvornik, der sich am Montag noch mit der unqualifizierten Äußerung »bis zur nächsten Langlaufpleite« verabschiedet hatte, ließ Teichmann stehen.

Kritik widerlegt
Auch sonst nagte die Kritik der letzten Tage noch an Teichmann. »Ich bin einfach froh, dass wir gezeigt haben, dass wir in der Lage sind, unsere Leistung abzurufen. Die Silbermedaille haben wir heute zu Recht gewonnen«, sagte Teichmann ohne den Blick vom Schnee zu nehmen. Dabei stellte er seine überragende Leistung mit der mit Abstand schnellsten Zeit aller Teilnehmer (23:41,2 Minuten) hinten an. »Die Mannschaftsleistung zählt, nicht die Einzelleistung.«

Dabei hatten die Mittelläufer Tobias Angerer und Wolfgang Schlütter das Team lange Zeit um das Edelmetall zittern lassen. Die beiden waren die Strecke zu schnell angegangen. Besonders Angerer wurde es am letzten Anstieg zum »Burgstall« »schwarz vor Augen. So etwas habe ich noch nie erlebt«. Im Ziel musste der 27-Jährige sich in ärztliche Hilfe begeben und konnte so auch erst später die Silbermedaille feiern. »Ich muss mich bei meinen Kollegen bedanken - besonders bei Axel«, so der Traunsteiner.

Trotz des hohen Rückstands von 1:35,6 Metern war Teichmann aber zuversichtlich gewesen, noch in den Medaillenkampf einzugreifen. »Wir haben in den ersten Runden gesehen, wie die Leute reihenweise blau wurden. Von daher wusste ich, dass alles möglich ist«, so Teichmann.

Zwar hatte sich nach der ersten Runde der Abstand auf die vor ihm liegenden Nikolai Bolschakow aus Russland und dem Italiener Christian Zorzi nicht verkleinert, doch Bundestrainer Jochen Behle gab seinem Läufer durch, dass beide bereits mit ihren Kräften am Ende seien.

Wut setzt Kräfte frei
Im Gegensatz zu den Rennen davor, an denen der Lobensteiner immer noch an den Auswirkungen einer Erkältung gelitten hatte, war Teichmann aber am Donnerstag wieder in Weltmeisterform. Die zusätzliche Motivation durch die Wut setzte weitere Kräfte frei. »Am letzten Anstieg habe ich gewusst, dass ich es packe.« In einem rasenden Tempo zog er am Italiener vorbei und ließ auf der Schlussgeraden mit einem fulminanten Sprint auch dem Russen keine Chance.

So hatte die Kritik der letzten Tage auch eine positive Wirkung. »Das war mein wichtigster Sieg, den ich je gewonnen hatte. Das Silber ist wie Gold«, so der ehemalige Weltmeister über 15 Kilometer. Am Freitag hat Teichmann erneut die Chance, das Silber zu vergolden. Gemeinsam mit Filbrich startet der 25-Jährige im Teamsprint. »Ich bin stolz, dass ich mit Axel laufen darf«, sagt Filbrich. Zwei Siege kann das Duo in diesem Wettbewerb bereits vorweisen. Einen davon feierten Filbich und Teichmann in Oberstdorf.

Sollte es dann doch noch mit einem WM-Titel klappen, werden Teichmann und Behle auch etwas verlieren. Im Siegfall würde dem Athleten der Ziegenbart entfernt, der Bundestrainer würde eine Fastenkur einlegen. Der schon nach der Silbermedaille erleichterte Behle schränkt aber ein: »Ein, zwei Tage würde ich dann schon noch ein paar Bierchen trinken. Aber dann gehe ich auf die Waage.«