netzeitung.deLeidenszeit der Langläufer verlängert sich

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Lupe Leidenszeit der Langläufer verlängert sich

Die deutschen Langläufer bleiben bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschafen ohne Medaille. Für Bundestrainer Jochen Behle kein Grund, die Arbeit der letzten drei Jahre in Frage zu stellen.

Die düstere Prognose von Jochen Behle vor den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Oberstdorf hat sich bestätigt. Der Bundestrainer der Skilangläufer hatte vor den Titelkämpfen die Erwartungen der deutschen Damen-Staffel stark heruntergeschraubt. Das als Titelverteidiger angetretene Quartett konnte am Montag mit dem vierten Platz höchstens Behles Ansprüche gerecht werden, verlängerte aber damit die medaillenlose Zeit der Langläufer bei den Weltmeisterschaften in der Heimat.

Trotzdem zeigte sich der Willinger angesichts der noch nicht ganz auskurierten Krankheit von Claudia Künzel «nicht unzufrieden» mit dem Platz hinter Norwegen, Russland und Italien. «Normalerweise ist der Rückstand kein Thema für Claudia», so Behle. Die Schlussläuferin aus Oberwiesenthal hatte zwar zwischenzeitlich nur gut zehn Sekunden Rückstand auf die italienische Schlussläuferin Arianna Follis, doch am Ende kam Künzel eine halbe Minute später ins Ziel.

Trotziger Behle
Trotz der desillusionierten Ergebnisse bei der Heim-WM kann Behle die Kritik der letzten Tage nicht verstehen. Man könne nicht «die Arbeit der letzten drei Jahre wegdiskutieren», so Behle trotzig.

Die anderen Nationen hätten halt aufgeholt. Bei dem WM-Titel und dem Olympiasieg der Damenstaffel in Salt Lake City hätten die Läuferinnen auch auf das bessere Material zurückgreifen können. Dieser Vorsprung ist nun dahin. «Wir müssen halt akzeptieren, dass die anderen Nationen stärker geworden sind», so der Trainer.

Doch die Damen-Staffel dokumentierte den kontinuierlichen Niedergang bei der WM, dessen negativer Höhepunkt am Vortag bei der Verfolgung der Männer erreicht wurde. Am Sonntag kamen die hoch gewetteten Rene Sommerfeldt und Axel Teichmann nur auf den Rängen 28 und 30 ins Ziel.

Behle gab zu, dass die Form von Mitte Dezember zum Saisonhöhepunkt nicht konserviert werden konnte. Eine Analyse, wieso die Form nicht bei der WM den Höchststand erreicht hat, soll nach der Saison erfolgen. Zu gute halten muss man dem frühere Weltcup-Koordinator, dass mit Künzel und Teichmann gerade die herausragenden Läufer kurz vor der WM längere Zeit wegen Krankheit ausgefallen waren.

Sachenbacher läuft Form hinterher
Doch auch eine Evi Sachenbacher, immerhin Staffel-Olympiasiegerin und Zweite im olympischen Sprint, läuft seit knapp zwei Jahren einem Sieg und ihrer Form hinterher und blieb am Montag am letzten Anstieg förmlich stehen, nachdem sie vorher beherzt «das Loch zugemacht», sprich den Rückstand auf die führenden Norwegen und Russland verkürzt hatte. «Da war mein Akku leer.»

Nach dem Rennen hatte die Athletin aus Reit im Winkl aber schon wieder genügend Kraft, um in die Mikrofone zu lächeln. Doch die medaillenlosenlose Zeit mit «fehlendem Glück bei dieser WM» zu erklären, ist von der 24-Jährigen zu kurz gedacht. Von Ärger über die verpasste Medaille war jedenfalls keine Spur.

Auch Behle zeigte äußerlich keinen Ärger und fügte sich der Niederlage, die die Leidenszeit der Langläufer weiter verlängerte. «Vielleicht würde es uns helfen, wenn bei einem Rennen nur zwei Läufer vor uns ins Ziel kommen», so Behle.

Doch auch bei der nächsten Chance am Dienstag beim klassischen Sprint der Damen und Herren, sind die Möglichkeiten auf Edelmetall eher limitiert. Behle bleibt Optimist: «Man darf den Kopf jetzt nicht in den Schnee stecken.» Angesichts der Ergebnisse wünscht sich Behle für solche Aktionen derzeit lieber Sand.