Behle fordert Tilgung der Scharte
Mit großen, den größten Erwartungen bei der Auswahl des Deutschen Skiverbandes (DSV) überhaupt, waren die Langläufer angereist. Behle wollte im Vorfeld der WM nicht über eine bestimmte Anzahl an Medaillen reden, aber aufgrund der Vorleistungen, besonders der der Männer, konnte und wollte Behle «nicht um Platz sechs» laufen. Nach dem zweiten medaillenlosen Männer-Wettbewerb hat sich die Enttäuschung weiter potenziert. «Die Ergebnisse im Weltcup sind Vergangenheit, die WM ist Gegenwart», sagt Behle.
Das Team war nicht in bester Verfassung. Axel und Rene hatten sich am Vormittag schlecht gefühlt.»
Jens Filbrich, der mit 1:08,0 Minuten Rückstand auf Sieger Vincent aus Frankreich als 14. als bester Deutscher ins Ziel kam, hatte bereits auf den ersten 15 Kilometern im klassischen Still massive Probleme. «Da war ich schon voll am Limit und hatte frühzeitig Krämpfe. Ich hätte vorher gedacht, dass wir eine Medaille gewinnen können, aber beim Skating konnten wir nicht mehr eingreifen.»
Noch vor dem Wechsel vom klassischen zum freien Stil nach der Hälfte der Strecke hatte sich Teichmann von jeglichen Medaillenträumen verabschieden müssen. Dem im Weltcup Führenden scheint die eigentlich auskurierte Grippe immer noch zu schaffen machen.
Die erneut enttäuschenden Vorstellungen seiner Schützlinge haben Behle vorübergehend der kreativen Ideen beraubt. Der Willinger muss erst einmal die Ergebnisse verdauen und eine Nacht schlafen, bevor er sein Team auf den Sprint am Dienstag und vor allem auf die Staffel am Donnerstag vorbereiten kann. »Mal sehen, was mir da einfällt. Auf alle Fälle müssen wir die Scharte der Verfolgung bei der Staffel wettmachen.« Bis dahin will der Coach die »Psyche der Sportler beobachten.«
Für die Läufer tritt nach dem Verfolgungsrennen und dem Lauf über 15 Kilometer vom letzten Donnerstag damit eine Situation ein, die sie eigentlich vermeiden wollten. »Ich dachte wir sind cooler und können besser mit dem Druck umgehen«, so Sommerfeld. Teichmann hatte vor dem Sonntag überhaupt nur jeden morgen Druck verspürt. Dann bin auf Toilette gegangen und alles war vorbei.» Nun aber bleibt beim 25-Jährigen zumindest bis zum Staffelrennen am Donnerstag der Druck auch nach der Notdurft erhalten.
