05.10.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Merz bestreitet Kritik an Merkel
CDU-Finanzexperte Merz hat sich nach eigenen Worten nicht kritisch über seine Parteichefin geäußert. In seinem Beitrag für die «Wirtschaftswoche» habe er Merkel nicht einmal erwähnt.
Der CDU-Politiker Friedrich Merz bestreitet jede Absicht, in einem Namensbeitrag für die «Wirtschaftswoche» gezielt Angela Merkel kritisiert zu haben. «Ich habe Frau Merkel ausdrücklich in meinem Artikel nicht erwähnt. Die Vorabveröffentlichung der Kolumne ist ohne meine Zustimmung erfolgt», sagte Merz der Tageszeitung «Die Welt».
Merz hatte in der «Wirtschaftswoche» geschrieben, das Wahlergebnis der Union bei der Bundestagswahl im September sei eine Antwort des Wählers an Programm- und Personalangebot der Union gewesen.
«Wirtschaftswoche» gibt Fehler zuDie «Wirtschaftswoche» räumte indessen ein, dass durch ihre Vorabmeldung zu der Kolumne von Merz vor dem Hintergrund der laufenden Sondierungsgespräche zur Bildung einer Großen Koalition ein «falscher Eindruck» entstanden sei. Merz sei von der voherigen Veröffentlichung nicht informiert gewesen. «Der Schluss, dass er seinen Beitrag gezielt in die Sondierungsgespräche hinein lanciert hat, ist deshalb unzulässig», teilte das Blatt in einer Mitteilung mit.
Dass Blatt zog zudem die Überschrift 'Merz: Die Wähler wollen Merkel nicht', die sein Beitrag zunächst in wiwo.de hatte, zurück. Dadurch werde der falsche Eindruck erweckt, als stamme diese Formulierung von Merz selbst. «Sie war jedoch nur eine Interpretation seiner Aussagen in der genannten Kolumne», erklärte das Blatt.
Pflüger kritisiert MerzDie von Nachrichtenagenturen verbreitete «Wirtschaftswoche»- Meldung, wonach Merz Merkel indirekt Schuld am schwachen Wahlergebnis der Union gebe, hatte CDU-Vorstandsmitglied Friedbert Pflüger zu scharfer Kritik veranlasst. «Ich halte das Argument von Friedrich Merz für abwegig», sagte Pflüger der «Berliner Zeitung». Es wäre klug, zum jetzigen Zeitpunkt Schuldzuweisungen zu unterlassen, um den schwierigen Prozess der Regierungsbildung nicht zusätzlich zu erschweren.
Merz hatte in seinem Beitrag geschrieben, 2,6 Millionen Wähler hätten der Union nur die Erst- und nicht die Zweitstimme gegeben. «Das Potenzial der CDU kommt in den Erststimmen mit 40,8 Prozent zum Ausdruck. Nur 35,2 Prozent bei den Zweitstimmen sind eine überdeutliche Antwort der Wähler an Wahlprogramm und personelles Angebot der Union», kommentierte Merz. (nz)