netzeitung.deSPD dementiert Bericht über Kanzler-Rotation

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Gerhard Schröder (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Gerhard Schröder
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Laut einem RTL-Bericht denke Bundeskanzler Schröder im Fall einer Großen Koalition über ein «Kanzler-Sharing» nach. Die SPD hat das dementiert.

Die SPD hat eine Meldung des Fernsehsenders RTL dementiert, wonach Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) zu einer Aufteilung der Kanzlerschaft zwischen Union und Sozialdemokraten in einer Großen Koalition bereit sei. Die Meldung sei «reine Spekulation». Es gebe «derzeit keinen Grund für Entscheidungen», teilte SPD-Sprecher Lars Kühn am Freitagabend in Berlin mit. Vereinbart sei für die kommende Woche ein intensives Sondierungsgespräch zwischen Union und SPD. «Danach wird entschieden, ob es zu Verhandlungen kommen kann. «

Das Ziel der SPD sei klar, sagte Kühn. »Wir wollen regieren mit Gerhard Schröder als Bundeskanzler und möglichst viel von unserem Programm umsetzen.«

Laut einem RTL-Bericht denke Schröder über die Möglichkeit einer Großen Koalition mit Kanzler-Rotation nach. Dabei wolle der SPD-Politiker erreichen, dass er die erste Hälfte der Legislaturperiode im Amt bleibe, berichtete der Kölner Sender unter Berufung auf Regierungskreise. In der zweiten könne dann Angela Merkel oder ein anderer Unionspolitiker übernehmen.

Die Möglichkeit einer Kanzler-Rotation nach israelischem Vorbild hatte der CSU-Politiker Peter Gauweiler Anfang der Woche ins Gespräch gebracht. 1984 hatte es in Israel eine Pattsituation gegeben, als die Arbeitspartei mit 44 und der Likud-Block mit 41 Abgeordneten in die 120 Sitze zählende Knesset eingezogen war. Der bis zum Wahltag amtierende Likud-Ministerpräsident Jizchak Schamir hatte dem Führer der stärksten Parlamentsfraktion, Schimon Peres, für die erste Hälfte der Legislaturperiode den Vortritt gelassen. Am 20. Oktober 1986 hatte er Peres als Regierungschef abgelöst. (nz)