Union gegen Schröders «Erpressung»: 

netzeitung.deUnion will sich nicht «erpressen» lassen

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Wolfgang Bosbach (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Wolfgang Bosbach
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Führende Unionspolitiker haben eine Koalition ohne Merkel als Kanzlerin ausgeschlossen. Fraktionsvize Bosbach bezeichnete Schröders Anspruch auf das Amt als «galoppierenden Realitätsverlust».

Spitzenpolitiker der CDU haben sich deutlich gegen eine Regierungsbeteiligung der Union ohne Parteichefin Angela Merkel als Kanzlerin ausgesprochen. Die Union werde sich nicht von der SPD erpressen lassen, sagte Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) der Zeitung «Thüringer Allgemeine«. Es werde keine große Koalition ohne Merkel als Kanzlerin geben.

Bosbach kritisierte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) scharf: Irgendjemand müsse «dem Kanzler mal in Ruhe erklären, dass er die Wahl verloren hat und dass er das Kanzleramt räumen muss. Das ist bei ihm schon ein galoppierender Realitätsverlust», so Bosbach. An den amtierenden Kanzler gewandt sagte er dem Sender N24: «Lieber aufrecht in die Opposition, als gebückt in die Regierung.»

Auch der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) hält eine Große Koalition unter Bundeskanzler Gerhard Schröder für unvorstellbar. Solange Schröder den Anspruch auf das Kanzleramt erhebe, stehe das einer Koalition «zwingend im Wege», sagte er der «Saarbrücker Zeitung».

Bosbach plädierte außerdem gegen eine Große Koalition mit der SPD. Das werde immer auf den »kleinsten gemeinsamen Nenner« hinauslaufen, kritisierte er. Stattdessen dürfe die Union den »Versuch« einer so genannte Jamaika-Koalition mit FDP und Grünen nicht aufgeben.

Seehofer für Große Koalition
Der stellvertretende CSU-Vorsitzende Horst Seehofer sprach sich dagegen gegen eine Zusammenarbeit mit den Grünen aus. Er sei «nach diesem Wahlergebnis eindeutig für eine Große Koalition», sagte Seehofer in der ARD.

Die Gräben zwischen Union und Grünen bezeichnete der CSU-Vize als «sehr, sehr groß». Es sei daher unwahrscheinlich, «dass da ein regierungsfähiges Konzept zustande kommt».

Auch CSU-Chef Edmund Stoiber zweifelte öffentlich an den Chancen von Schwarz-Gelb-Grün. Zwischen den Parteien lägen «Welten», sagte Stoiber in Berlin.

Dagegen hält Müller ein Bündnis von Schwarz und Grün für denkbar. Die Union werde aber ihre inhaltlichen Überzeugungen nicht verkaufen, «nur um eine Regierungskoalition zu bilden», sagte er. (nz)