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Fischer kündigt Rückzug an
20. Sep 2005 15:09, ergänzt 17:06

Joschka Fischer
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Foto: dpa
Außenminister Fischer steht für Ämter in Partei und Fraktion nicht zur Verfügung. Er wolle sich in die «hintere Reihe» begeben, sagte er.
 
Außenminister Joschka Fischer will nicht Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Bundestag werden. Das erklärte er bei der ersten Fraktionssitzung der Grünen nach der Wahl am Dienstag in Berlin, wie die Grünen-Finanzexpertin Christine Scheel der Netzeitung bestätigte.

Mehr in der Netzeitung:
Fischer machte demnach zugleich deutlich, dass er für den Fall, dass die Grünen an einer Regierung beteiligt würden, sich aber ein Regierungsamt durchaus vorstellen könne.

Rückzug in «hintere Reihe»

Nachrichtenagenturen zitierten Fischer mit den Worten, die Aufgaben in Partei und Fraktion sollten nun von Jüngeren übernommen werden. Er wolle die Fraktion «einige Jahre aus der hinteren Reihe» begleiten. Sein Bundestagsmandat werde er aber annehmen, so Fischer.

Wer statt Fischer die Fraktion anführen werde, sagte Scheel nicht. Das stehe nicht auf der Tagesordnung der Sitzung an diesem Dienstag. Den Angaben zufolge erklärte Fischer zudem, dass er auch in der Partei kein hohes Amt einnehmen wolle.

Kuhn und Trittin wollen kandidieren

Grünen-Wahlkampfmanager Fritz Kuhn und Umweltminister Jürgen Trittin meldeten laut Agenturangaben ihre Kandidatur an, wie aus Teilnehmerkreisen verlautete. Gleichzeitig wollten die beiden amtierenden Fraktionschefinnen Katrin Göring-Eckardt und Krista Sager erneut kandidieren, hieß es.

Fischer bekam stehenden Applaus von den sichtlich überraschten Fraktionsmitgliedern. Im Wahlkampf hatte der 57-jährige Grünen- Spitzenkandidat die Rolle des Oppositionsführers stets als «reizvoll» bezeichnet.

Grünen sprechen von «Einschnitt»

Fischer sagte: «Es muss Klarheit herrschen in der Personalfrage.» Partei und Fraktion bräuchten eine Neuaufstellung. Ob er sein Bundestagsmandat für die ganze Legislaturperiode behalten werde, ließ er offen. «Das ist eine Zäsur», sagte der Außenminister, der den Wahlkampf als Spitzenkandidat geführt hatte. «Ich bleibe der Partei und Fraktion verbunden.» Er werde der neuen Führung nicht von hinten hineinregieren.

Parteichef Reinhard Bütikofer nannte Fischers Entscheidung einen «Einschnitt in die grüne Parteiengeschichte». Auch seine Amtskollegin Claudia Roth sagte: «Ohne Joschka Fischer wäre die Partei sicher nicht da, wo sie heute ist.» Nun müssten sich die Grünen weiterentwickeln zu einer emanzipatorisch-linken Kraft.

Fischer war bereits von Oktober 1994 bis Oktober 1998 Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag, bevor er Außenminister wurde. (nz)




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