Die Union habe die anstehende Neuwahl nicht gewollt, so die Kanzlerkandidatin der Union, Merkel. Es gebe sie nur, weil die SPD Schröder nicht mehr folge.
Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel steht weiterhin zu ihrem Finanzexperten Paul Kirchhof. Sie sei froh, dass er im Kompetenzteam der Union mitmache, sagte Merkel am Montagabend auf einer Wahlveranstaltung in Hamburg. Sie wolle ein einfaches und gerechtes Steuersystem und dafür stehe auch Kirchhof.
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Es gelte das Steuermodell der Union mit zwölf Prozent Eingangs- und 39 Prozent Spitzensteuersatz. Dieses Konzept sei sozial und es habe kaum entwickelt werden können, wenn Experten wie Kirchhof nicht «vorgedacht» hätten. «Wir werden unser Steuerkonzept umsetzen», betonte Merkel vor rund 2000 Zuhörern.
Der SPD warf Merkel vor, mit den «Ängsten der Menschen zu spielen» und Unwahrheiten zu verbreiten. Auch Gerhard Schröder arbeite mit falschen Fakten, und das sei «eines Bundeskanzlers unwürdig». Sie wies zugleich darauf hin, dass die Union die Neuwahlen nicht gewollt habe. Es gebe sie nur, weil die SPD Schröder nicht mehr folge, und das werde sie auch nach dem 18. September nicht tun.
Merkel bezeichnete die Wahl erneut als Richtungsentscheidung. Sie appellierte an die Wähler, sowohl die Erst- als auch die Zweitstimme der Union zu geben. Die Erststimme, damit man in Berlin «eine starke Truppe» bekomme, und die Zweitstimme, «damit ich Kanzlerin werden kann». Während ihrer Rede wurde Merkel immer wieder von lautstarken Pfiffen zahlreicher Demonstranten gestört. (nz)