netzeitung.deCDU-Basis irritiert von Merkel-Lob für Merz

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Friedrich Merz mit CDU-Chefin Merkel (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Friedrich Merz mit CDU-Chefin Merkel
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Inmitten der Debatte um den Unions-Finanzexperten Kirchhof bringt die CDU-Parteiführung ihren Steuerpolitiker Friedrich Merz ins Spiel. Die Basis zeigt sich irritiert.

Von Tilman Steffen

Die CDU-Basis zeigt sich angesichts des öffentlichen Lobs von Kanzlerkandidatin Angela Merkel für Friedrich Merz irritiert. «Wir machen die Leute scheu, wenn wir jetzt immer wieder neue Köpfe hervor holen», sagte der Thüringer CDU-Generalsekretär Mike Mohring der Netzeitung.

Mohring forderte Klarheit von der Parteiführung: Kirchhof sei «das Alleinstellungsmerkmal» der Union, jetzt müsse sie «das Durchhalten, was sie sich selbst aufgegeben hat».

Als Finanzfachmann der Union sei Paul Kirchhof eingesetzt, der deswegen auch dem Wahlkampf-Kompetenzteam angehöre, so Mohring. Das gelte bis zur Bundestagswahl. Was danach komme, entscheide die Parteiführung in Berlin. Da bliebe den Ländervertretern kein Mitspracherecht. Dass Kirchhof Finanzminister werden solle, «sagt die Kanzlerkandidatin», so Mohring.

Kirchhof war wegen seiner radikalen, weit über das Wahlprogramm der Union hinausgehenden Pläne für eine künftige Steuerpolitik inner- und außerparteilich kritisiert worden. Die entstandene Missstimmung verhilft nun dem CDU-Steuerpolitiker Friedrich Merz zu einem unverhofften Comeback. Neben CDU-Chefin Angela Merkel und Parteivize Christian Wulff loben auch Parteistrategen der Landesverbände die Kompetenz des Finanzfachmanns.

Kabinett oder Bundestag
«Wir müssen die Wahl gewinnen, und da zählen jede Frau und jeder Mann», sagte der niedersächsische CDU-Generalsekretär Friedrich-Otto Ripke der Netzeitung zu Merz' plötzlichem Comeback. «Merz ist der Vater unseres Steuerprogramms», das im Wahlprogramm stehe und Gültigkeit habe, so Ripke.

Sachsens CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer sagte der Netzeitung: «Wir sind sehr froh über Friedrich Merz und schätzen ihn als Fachmann.» Wie von Parteivize Wulff in der «Bild am Sonntag» bekräftigt, sei Merz ein «hervorragender Politiker, auf den man weiter setzen muss». Kretschmer zufolge gibt es dazu zwei Möglichkeiten: «Ob das dann im Kabinett oder im Bundestag ist, wird man sehen».

Merz, der erst jüngst an Kretschmers Seite Wahlkampf in Sachsen machte, genieße hohes Ansehen im Freistaat, sagte der Landes-Generalsekretär. «Die Menschen sehen, dass die CDU eine ganze Menger Personal zu bieten hat, das von dem Thema was versteht».