Rechtsextremer Schönhuber tritt in Dresden an
09. Sep 2005 15:33
 |  Kandidiert in Sachsen: Journalist Franz Schönhuber | | Foto: dpa |
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Eine Woche vor der Bundestagswahl stellt die NPD Sachsen den Rechtsextremisten Schönhuber als Direktkandidaten in Dresden auf.
Die NPD will den Gründer der rechtsradikalen Partei Die Republikaner, Franz Schönhuber, als Ersatz-Direktkandidaten für den Wahlkreis Dresden I aufstellen. Der 82-Jährige habe zuvor ein intensives Gespräch mit Parteichef Udo Voigt geführt, teilte ein Parteisprecher mit. Die Abstimmung in dem Wahlkreis ist wegen des Tods einer NPD-Kandidatin auf den 2. Oktober verschoben.
Schönhuber sei für den Posten vorgeschlagen, am Mittwoch solle er offiziell nominiert werden. Schönhuber tritt als parteiloser Kandidat an, sagte ein NPD-Fraktionssprecher der Netzeitung. Der Personalvorschlag war notwendig, weil die bisherige NPD-Direktkandidatin Kerstin Lorenz am Montag einen Hirnschlag erlitten hatte, ins Koma gefallen und am Mittwoch für tot erklärt worden war. Daraufhin setzte die sächsische Landeswahlleiterin Irene Schneider-Böttcher die Bundestagswahl in dem Wahlkreis aus und ordnete eine Nachwahl an.
NPD schlägt Kapital Der CDU-Direktkandidat in dem betroffenen Wahlkreis in der Dresdner Altstadt, Andreas Lämmel, sieht sich in Schönhubers Kandidatur nicht gefährdet. Die NPD sei «in der Bedeutungslosigkeit versunken und versuche, daraus Kapital zu schlagen», sagte Lämmel der Netzeitung.Der Journalist Schönhuber war 1983 Mitgründer der Republikaner und wurde 1985 deren Bundesvorsitzender. Mitte der 80-er Jahre hatte die Partei Erfolge bei Landtags- und Europa-Wahlen. Nach innerparteilichen Differenzen entzogen die Mitglieder Schönhuber das Vertrauen, was ihn im Mai 1990 veranlasste, seinen Posten aufzugeben.
Beim BR fristlos entlassen Ein Parteiausschlussverfahren gegen Schönhuber von höherer Gerichtsinstanz aufgehoben. Noch im gleichen Jahr gelang es Schönhuber, erneut Bundeschef zu werden, vier Jahre später wurde er jedoch erneut abgesetzt. Grund waren damals Verbindungen zum DVU-Vorsitzenden Gerhard Frey. 1995 trat Schönhuber aus der Partei aus. Nach Erscheinen seines Buches, in dem er seine Vergangenheit in der Waffen-SS verteidigte, wurde Schönhuber vom Bayerischen Rundfunk fristlos entlassen. Heute arbeitet er als Buchautor und lebt im oberbayerischen Kreuth. (nz)
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