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Schröder-Köpf «beleidigt Millionen Frauen»
02. Sep 2005 12:48

Alice Schwarzer
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Foto: dpa
Kanzlergattin Schröder-Köpf ist für ihren Verbal-Angriff auf Unions-Kanzlerkandidatin Merkel scharf kritisiert worden. Frauenrechtlerin Alice Schwarzer wirft ihr vor, Familien-Visionen aus dem 19. Jahrhundert zu verbreiten.
 
Die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer hat Kanzler-Ehefrau Doris Schröder-Köpf vorgeworfen, ein «rückständiges Frauenbild» zu vertreten. «Es ist unerhört, dass die Kanzlergattin es wagt, die Kanzlerkandidatin Angela Merkel anzugreifen, weil sie keine Kinder hat. Wo sind wir eigentlich? Im 19. Jahrhundert?», sagte Schwarzer der Nachrichtenagentur dpa.

Die Ehefrau von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte der Wochenzeitung «Die Zeit» gesagt, CDU-Chefin Merkel habe als Kinderlose nicht genug Einblick in die Probleme berufstätiger Mütter.

Mehr in der Netzeitung:
«Sie beleidigt damit Millionen Frauen - und fällt weit hinter die Frauenpolitik ihrer eigenen Partei, ja sogar hinter die der CDU zurück», so die Herausgeberin der Frauenzeitschrift «Emma». Das Frauen- und Männerbild Schröder-Köpfs sei «arg antiquiert» und schade ihrem Mann kurz vor der Bundestagswahl.

Schröder-Köpf plädiere offenbar für eine Republik, in der «die Frauen im trauten Heim die Familie zusammenhalten und die Männer in die Welt hinaus ziehen», so Schwarzer. «Was sagt eigentlich ihr Mann, der SPD-Kanzler, wenn seine Frau auf dem Höhepunkt des Wahlkampfes derartige Visionen aus dem 19. Jahrhundert als zukunftsweisend verbreitet?»

Lieber Hausfrau

Wenn die Kanzlergattin trotz qualifizierten Berufs lieber Hausfrau sei, dann sei das ihre Sache. «Niemand würde sich erlauben, sie deswegen persönlich zu kritisieren», so Schwarzer. Moderne Mütter und Väter wollten aber beides: Beruf und Kinder.

Die Frauenrechtlerin weiter: «Beim Papst kann die Bayerin im Dirndl vielleicht mit so etwas punkten. Aber Millionen Frauen werden sich über ihr so rückständiges Frauenbild ärgern, auch und gerade die Mütter.»
Für moderne Mütter seien Kinder wichtig, aber kein «Schicksal» mehr.

Schröder-Köpf hatte in einem Bericht der »Zeit« über die Kanzlerkandidatin der Union gesagt: «Merkel verkörpert mit ihrer Biografie nicht die Erfahrungen der meisten Frauen. Die beschäftigt, wie sie Familie und Job unter einen Hut bekommen, ob sie nach der Geburt für mehrere Jahre aussteigen wollen oder wie sie ihre Kinder am besten erziehen. Das ist nicht Merkels Welt.» (nz)




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