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Lupe Keine Übertragung des TV-Duells für Gehörlose

Das TV-Duell zwischen Kanzler Schröder und seiner Herausforderin Merkel wird Gehörlosen nicht übersetzt. Grund: Die Privatsender wollen nicht, dass auch der Nachrichtenkanal Phoenix die Diskussion überträgt.

Gehörlose werden das TV-Duell am Sonntag zwischen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und seiner Herausforderin Angela Merkel (CDU) zwar verfolgen können, sie werden es aber nicht verstehen. Eine Begleitung der Diskussion in Gebärdensprache wird nicht stattfinden, weil der öffentlich-rechtliche Nachrichtensender Phoenix das Duell nicht übertragen darf.

Phoenix habe die Diskussion mit einer Übersetzung für Gehörlose übertragen wollen, sagte Programmgeschäftsführer Klaus Radke. Gescheitert sei das Vorhaben am Widerstand der Privatsender. «Ich finde es sehr bedauerlich, dass angesichts der Zurückhaltung der Privaten ein nicht unbeträchtlicher Teil wahlberechtigter Bürgerinnen und Bürger bei einer so wichtigen Sendung ausgeschlossen wird», sagte Radke.
Zeitversetzte Sendung
Rund 100.000 Menschen sind nach Phoenix- Schätzungen in Deutschland betroffen. Der Sender wird das Duell zeitversetzt am späten Abend zeigen, dann aber ohne Gebärdensprache, weil um diese Zeit die Zuschauerzahl sehr gering sein werden.

N24-Chefredakteur Peter Limbourg wandte ein, dass auch die privaten Nachrichtensender N24 und n-tv in diesem Fall das Duell hätten übertragen dürfen. Im Übrigen sei es der Auftrag der öffentlich-rechtlichen Anstalten zu klären, auf welche Art die Gebärdensprache ins Programm komme. Ein RTL-Sprecher schloss sich der Auffassung an und sagte, dass sieben Kanäle mit ein und derselben Sendung letztlich zu viele seien.

Das Duell wird am Sonntag ab 20:30 Uhr von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 gezeigt. (nz)