CDU/SPD-Streit über Tag der Offenen Tür
04.08.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Die Regierung plant am 28. und 29. August wie jedes Jahr einen Tag der Offenen Tür in den Ministerien. Schon zwei Wochen vorher - am 15. August - soll laut Kampeter eine weitere Aktion stattfinden: «Mit Hilfe des chinesischen Brettspiels Tangram soll die Politik der Bundesregierung dargestellt werden», sagte er. «Rund ein Monat vor der Bundestagswahl sind solche Sympathiemäzchen in keiner Weise durch die Bundesverfassungsgerichturteile von 1977 und 1983 gedeckt.»
Kampeter kritisiert dagegen, dass die Aktion erst am 8. Juli angekündigt wurde: «Damals war schon lange bekannt, dass es aller Wahrscheinlichkeit nach eine Neuwahl im Herbst geben wird», sagte Kampeter. Das Kanzleramt habe dafür «eine Millionen Euro» vorgesehen. «Das sind fünf Prozent des Wahlkampfsetats einer großen Partei», rechnet der CDU-Politiker vor. SPD-Fraktionsvize Wiefelspütz bezeichnete die Einwände Kampeters als «kleinkariert». Sie seien «verfassungsrechtlich nicht haltbar», so der SPD-Rechtsexperte.
Der CDU-Haushaltsexperte will dennoch auf keinen Fall das Verfassungsgericht einschalten, obwohl er die Aktionen für nicht verfassungskonform hält: «Wir können nicht wegen jeder Sache vor das Bundesverfassungsgericht ziehen», begründete er seine Entscheidung. «Selbst bei Bela Anda glaube ich an das Gute im Menschen und hoffe, dass er sich an Recht und Gesetz hält.»
Regierungssprecher Anda will aber am Tag der Offnen Tür festhalten. Es handele sich dabei nicht um eine Wahlveranstaltung, sagte er laut Medienberichten.

