Merkel will nur ein TV-Duell:
Nur ein TV-Duell zwischen Schröder und Merkel
24.07.2005
Herausgeber: netzeitung.de
ARD, ZDF, RTL und Sat1 hatten sich bereits Ende Mai darauf verständigt, nach dem Muster der Duelle zwischen Schröder und seinem damaligen Herausforderer Edmund Stoiber 2002 vorzugehen. Danach soll das erste Duell von RTL und Sat1, das zweite von ARD und ZDF übertragen werden. Wie im Jahr 2002 sollen die Auseinandersetzungen jeweils 75 Minuten dauern und in einem Studio in Berlin ausgetragen werden. Als Moderatoren sind bereits Sabine Christiansen (ARD), Maybrit Illner (ZDF), Peter Kloeppel (RTL) und Thomas Kausch (Sat1) vorgesehen.
Laut «Bild am Sonntag» wollen sich Beauftragte der Sender und Kandidaten Ende der Woche zu Gesprächen treffen. «Wir möchten zwei Duelle», sagte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender in der Zeitung. «Wenn es nur eins gibt, muss die beste Kombination der Interviewer zusammenkommen», fügte er hinzu. «Und dass Maybrit Illner zu den besten gehört, ist bewiesen. Deshalb gehen wir davon aus, dass wir dabei sind.»
Nach Informationen der Zeitung wird Merkel von einem prominenten Ex-Fernsehmoderator für die Auseinandersetzung trainiert. Schröder wird sich nicht im Studio vorbereiten. «Der Kanzler studiert die Fakten aus den Akten», zitierte das Blatt Regierungssprecher Béla Anda.
Nach Einschätzung des Mainzer Parteienforschers Jürgen Falter dürfte das Duell Schröder mehr nützen als Merkel. «Kaum jemand kann so entspannt und souverän Vertrauen ausstrahlen, wie der Fernseh-Profi Schröder», sagte er der «BamS». «Wenn sich der leichte Abwärtstrend der Union in den Umfragen fortsetzt, könnte das TV-Duell sogar die entscheidenden ein bis zwei Prozent zu Ungunsten von Schwarz-Gelb bringen, zumal sich gerade unentschlossene Wähler besonders stark vom Ausgang eines solchen Zweikampfs beeinflussen lassen.»
Auch der Göttinger Parteienforscher Peter Lösche sieht Schröder im Vorteil. «Der Medien-Kanzler Schröder wird wahrscheinlich selbstsicherer und staatsmännischer auftreten als Frau Merkel. So kann er bei den Zuschauern Sympathiepunkte sammeln und als Sieger der Auseinandersetzung erscheinen.»
In einer Forsa-Umfrage teilte eine Mehrheit der Deutschen die Einschätzung der Experten. 55 Prozent der Befragten sahen Schröder im Vorteil, 28 Prozent Merkel. (nz)

