23.07.2005
Herausgeber: netzeitung.de
SPD-Linke würde mit Linksbündnis koalieren
Eine Auseinandersetzung um den Umgang mit dem Linksbündnis bahnt sich bei der SPD an. Kanzler Schröder schließt eine Koalition aus - die SPD-Linke hingegen kann sie sich vorstellen.
In der SPD gibt es keine klare Linie zum Umgang mit dem Linksbündnis aus der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) und der Linkspartei.PDS. Während Bundeskanzler Gerhard Schröder eine Koalition mit dem Bündnis ausschließt, zeigten sich Vertreter der SPD-Linken grundsätzlich bereit für eine Zusammenarbeit.
Schröder sagte der «Bild»: «Diese selbst ernannte Linkspartei ist nichts anderes als eine erweiterte PDS. Und die SED-Nachfolgepartei hat immer nur davon profitiert, Vorurteile zu wecken und zu schüren.» Über die Spitzenkandidaten Gregor Gysi und Oskar Lafontaine sagte Schröder, es lohne sich seiner Ansicht nach gar nicht, sich mit ihnen auseinander zu setzen: «Diese beiden Gesellen haben doch bewiesen, was sie unter Verantwortung verstehen: Beide sind einfach davongelaufen, als es schwierig wurde.»
Der Vorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen, Ottmar Schreiner, warnte dagegen in «Bild am Sonntag» «vor einer Dämonisierung oder Verhetzung der Linkspartei». Es wäre völlig verfehlt, jetzt schon Festlegungen zu irgendwelchen Bündnissen zu treffen, sei es zu einer großen Koalition oder einem Bündnis aus SPD, Grünen und Linkspartei: «Alles ist offen, es sind noch zwei Monate Zeit», betonte Schreiner.
Auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Sigrid Skarpelis-Sperk sagte: «Sollten Union und FDP keine Mehrheit erzielen, wird man neben Schwarz-Rot auch Rot-Rot-Grün in Betracht ziehen.» Skarpelis-Sperk ließ dabei erkennen, dass sie die zweite Variante vorziehen würde. Denn: «Eine große Koalition stärkt radikale Kräfte am linken und rechten Rand.» (nz)