netzeitung.de«Bild»: Lafontaines Bezahlung kein Problem

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Oskar Lafontaine, umgeben von Reportern (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Oskar Lafontaine, umgeben von Reportern
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

«Bild»-Chefredakteur Diekmann hat einen Zusammenhang zwischen der Freistellung seines Kolumnisten Lafontaine und dessen Nähe zur PDS zurückgewiesen. «Wir boykottieren keine Inhalte», sagte er der Netzeitung.

Die «Bild»-Zeitung hält sich die Option offen, den Spitzenkandidaten der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG), Oskar Lafontaine, nach einer möglichen Neuwahl des Bundestags, weiter exklusiv als Autor zu beschäftigen. Noch sei nicht entschieden, «ob der Vertrag ruht oder beendet wird», sagte «Bild»-Chefredakteur Kai Diekmann der Netzeitung.

Vorerst jedoch hat die Zeitung laut Diekmanns Angaben den früheren SPD-Vorsitzenden von seiner Tätigkeit als Kolumnen-Schreiber freigestellt. «Nach unserem journalistischen Verständnis kann es nicht sein, dass jemand, der aktiv Wahlkampf betreibt, gleichzeitig als Kolumnist schreibt», so Diekmann. «Ich habe ihm [Lafontaine] angekündigt, dass ich die Kolumnen-Leistungen nicht mehr abfordern werde.»

Einen Zusammenhang zwischen dieser Entscheidung und Lafontaines Unterstützung für die PDS wies Diekmann zurück: «Wir boykottieren keine Inhalte.»

Spätere Zusammenarbeit möglich
Der «Bild»-Chef schloss nicht aus, dass die Zusammenarbeit mit Lafontaine zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden könnte. Nach der geplanten Bundestagswahl müsse man «neu überlegen, ob er als Kolumnist interessant ist». Ausschlaggebend sei, «ob jemand gut schreiben kann und ob er eine interessante politische Figur ist».

Mit seinem Bestseller «Das Herz schlägt links» habe Lafontaine seinerzeit bewiesen, dass er gut schreiben könne. Zudem habe er einen bekannten Namen. «Das war für mich entscheidend», verteidigt Diekmann seinen Entschluss, Lafontaine 2001 längerfristig als Kommentator an die Zeitung gebunden zu haben.

Mehr als 5000 Euro im Monat?
Der Vertrag Lafontaines mit «Bild» soll laut einem Bericht des «Spiegel» ein Honorar von «monatlich mehr als 5000 Euro» vorsehen. Das Magazin hatte berichtet, dass Lafontaine darauf bestehe, diese Summe nun auch «ohne verwertbare Gegenleistung» bis zum «Vertragsende im Januar 2006« zu beziehen, und unterstellte, dass sich der frühere SPD-Chef damit »alles andere als bescheiden« gebe.

Für »Bild«-Chef Diekmann ist die Bezahlung »nicht das Problem«. Beide Seiten hätten Anspruch darauf, dass der Vertrag ordnungsgemäß erfüllt werde, sagte er. Zum Inhalt der Vereinbarung wollte er sich aber nicht äußern. »Wie man zu einer vernünftigen Lösung komme«, darüber sei man im Gespräch.


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