Israelis und Palästinenser reden miteinander
27.11.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Bush warnte vor einer «Schlacht um die Zukunft des Nahen Ostens». Angesichts der wachsenden Gefahr des Extremismus seien Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern von höchster Dringlichkeit. «Wir dürfen den Extremisten nicht den Sieg überlassen», rief er die Konferenz am Dienstag auf. Am Vorabend hatte Bush noch einmal von den Konfliktparteien «schmerzhafte Kompromisse» gefordert, ohne die es keinen Frieden in Nahost geben werde.
«Die Aufgabe, die hier in Annapolis beginnt, wird schwierig werden», sagte Bush. «Das ist der Beginn eines Prozesses, nicht das Ende. Es gibt noch viel Arbeit zu tun», heißt es in dem Redemanuskript. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier äußerte sich in Annapolis «gemessen zuversichtlich» über die Friedensaussichten. Israelis und Palästinenser hätten in den vergangenen Wochen «enorme Schritte» unternommen.
«Die Zeit ist gekommen», sagte der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert. Trotz aller Schwierigkeiten und Zweifel müsse jetzt die «historische Aussöhnung» zwischen beiden Völkern begonnen werden. Er sei überzeugt, dass das Ziel «zwei Staaten für zwei Völker» im Jahr 2008 erreichbar sei.
Olmert betonte, ein palästinensischer Staat müsse frei von Terrorismus sein. «Wir wollen Frieden. Wir wollen das Ende des Terrorismus. Wir sind zu Kompromissen bereit.» Er signalisierte die Bereitschaft zur Rückgabe von seit Jahrzehnten besetzten Gebieten: «Ich habe keine Zweifel, dass sich die 1967 geschaffene Realität in unserer Region entscheidend verändern wird.»
Der Hamas-Sprecher zweifelte an, dass es überhaupt einen unabhängigen palästinensischen Staat geben werde, weil Palästinenserpräsident Mahmud Abbas den geforderten Schutz von Israel nicht sichern könne. Al-Bardawil erneuerte die Auffassung der Hamas, dass Abbas kein Mandat habe, um im Namen aller Palästinenser mit Israel zu verhandeln.
Aus Damaskus verlautete, der Iran habe Vertreter der radikalen Palästinenser- Fraktionen zu einer «Anti-Annapolis-Konferenz» an diesem Mittwoch nach Teheran eingeladen. Die iranische Führung habe sich offensichtlich auch deshalb dazu entschlossen, weil sie über die Teilnahme ihres Verbündeten Syrien an der Konferenz in den USA verärgert sei, hieß es bei radikalen Palästinenserorganisationen in Damaskus. (nz/dpa)

