Israel will Palästinensern den Strom abdrehen
24.10.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Ein Sprecher der radikal-islamischen Hamas bezeichnete das Vorhaben Israels als «Kriegsverbrechen». Nach internationalem Recht sei die Besatzungsmacht verpflichtet, humanitäre Hilfe zu leisten, sagte Hamas-Sprecher Sami Abu Zuhri am Mittwoch in Gaza. Nach den Plänen der israelischen Armee sollen von kommender Woche an auch Treibstoff für Autos und Generatoren sowie andere Lieferungen in den Gazastreifen eingeschränkt werden.
Israel will die im Gazastreifen herrschende Hamas zwingen, die Raketenangriffe auf Südisrael zu stoppen. Vier Monate nach den palästinensischen Bruderkämpfen im Gazastreifen warf Amnesty International beiden Seiten schwere Verletzungen der Menschenrechte vor. Sowohl die Fatah-Bewegung von Mahmud Abbas als auch die radikalislamische Hamas habe die Zivilbevölkerung in ihren gewaltsamen Machtkampf hineingezogen, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht, der die Zahl der Todesopfer mit insgesamt 350 angibt.
Eine junge Frau wurde auf dem Weg zum Schulexamen von einem Heckenschützen getötet. Und eine Demonstration gegen die Gewalt endete im Kugelhagel, der drei Teilnehmern das Leben kostete. Die palästinensische Autonomieregierung unter Abbas verurteilte den Bericht. Minister Aschraf Adschrami sagte, die Fatah habe rechtmäßig gehandelt.
Amnesty habe sich keine große Mühe gegeben, die Wahrheit herauszufinden. Hamas-Sprecher Taher Nunu sagte, seine Organisation habe handeln müssen, um das Chaos im Gazastreifen zu beenden. «Wir bedauern die Opfer, die bei den internen Kämpfen ums Leben kamen», sagte Nunu und fügte hinzu, beide Seiten müssten zum Dialog zurückkehren und ein neues Kapitel aufschlagen.
Nach Armee-Angaben sind in den vier Monaten seit der gewaltsamen Machtübernahme im Gazastreifen durch die Hamas rund 1000 Kassam-Raketen und Mörsergranaten aus dem Gebiet auf israelisches Territorium abgefeuert worden. Allein am Dienstag seien acht Raketen in der israelischen Stadt Sderot und deren Umgebung eingeschlagen. (AP/dpa)

