netzeitung.deFatah al Islam feuert Katjuschas gegen Militär

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Wie viele Menschen bei den Gefechten am Wochenende gestorben sind, ist unklar (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Wie viele Menschen bei den Gefechten am Wochenende gestorben sind, ist unklar
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Das Palästinenser-Lager Nahr al Bared im Libanon ist weiterhin heftig umkämpft. Dort sollen sich nur noch etwa 70 Extremisten verschanzt halten.

Mit schweren Waffen haben die libanesischen Streitkräfte die im Flüchtlingslager Nahr el Bared verschanzten Kämpfer der radikalislamischen Fatah Islam weiter unter Druck gesetzt.

Die belagerten Extremisten antworteten auf den Beschuss aus Artillerie und Panzern am Wochenende mit einem halben Dutzend Katjuscha-Raketen sowie Panzerabwehrraketen. Über Verluste wurde nichts bekannt.

Die staatliche Nachrichtenagentur NNA meldete, das Heer ziehe den Belagerungsring um die Palästinensersiedlung enger. Ein palästinensischer Funktionär sagte in der nahe gelegenen Flüchtlingssiedlung Beddawi, in Nahr el Bared seien nicht mehr als 70 Kämpfer der Fatah Islam verblieben, die mit dem Terrornetzwerk Al Qaeda sympathisiert.

Die Fatah-Bewegung von Präsident Mahmud Abbas hat dazu aufgerufen, die Gruppe zu eliminieren. Seit Beginn der Kämpfe sind Berichten zufolge 60 Fatah-Islam-Kämpfer, 20 Zivilpersonen und 96 Soldaten getötet worden. Vor Beginn der Kämpfe lebten in der Siedlung im Norden des Libanons mehr als 30.000 palästinensische Flüchtlinge.

Krisengespräch in Paris
Vertreter der Konfliktparteien im Libanon trafen sich am Samstag bei Paris zu einem Krisengespräch. Ergebnisse wurden von dem zweitägigen Treffen hinter verschlossenen Türen nicht erwartet, doch nannten die Teilnehmer es ein gutes Zeichen, dass die Konferenz überhaupt stattfinde.

Es ist das erste Mal seit einem ergebnislos verlaufenen Treffen über einen nationalen Dialog im November, dass die 14 Konfliktparteien wieder an einem Tisch sitzen. Außenminister Bernard Kouchner und andere französische Diplomaten nehmen an der Konferenz in La Celle-Saint-Cloud als Beobachter teil.

Der Libanon befindet sich in der tiefsten politischen Krise seit dem Ende des Bürgerkriegs von 1975 bis 1990. Die vom Westen unterstützte Regierung von Ministerpräsident Fuad Siniora und die von der Hisbollah geführte prosyrische Opposition stehen sich in einem Machtkampf unversöhnlich gegenüber.

Zu den wichtigsten Forderungen der Hisbollah zählt die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit, in der sie ein Vetorecht hätte. Dies hat die Regierung bislang abgelehnt. Auch die Frage der Nachfolge des pro-syrischen Präsidenten Emile Lahud ist ungelöst. Seine Amtszeit endet im November. (AP)