12.07.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Das Flüchtlingslager Nahr al Bared
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Gefechte um das Palästinenser-Lager Nahr al Bared sind wieder aufgeflammt. Von mehreren Seiten griffen libanesische Soldaten die dort verschanzten Islamisten an.
Am Jahrestag des Beginns des Libanonkriegs hat die libanesische Armee am Donnerstag eine große Offensive gegen die islamistischen Kämpfer in dem palästinensischen Flüchtlingslager Nahr al Bared begonnen. Berichte, es handele sich um eine «Entscheidungsschlacht» gegen die islamistische Splittergruppe Fatah al Islam wiesen die Streitkräfte aber zurück.
Laut Augenzeugen griffen die Truppen das Lager von mehreren Seiten gleichzeitig an. Die Armee setzte Artillerie ein, zwei Soldaten wurden bei den Kämpfen getötet. Über dem Camp stieg nach Angaben der Nachrichtenagentur AP dichter Rauch auf, Maschinengewehrfeuer war zu hören.
Am Vortag hatten Dutzende von Palästinensern das Lager im Norden des Libanons verlassen. Seit Beginn der Kämpfe zwischen den Islamisten der Gruppe Fatah al Islam und der Armee am 20. Mai haben sich rund 40.000 Zivilisten in Sicherheit gebracht. Mit der neuen Offensive sollen laut den Streitkräften die Islamisten zur Aufgabe gezwungen werden. Mitglieder der Fatah al Islam erklärten jedoch, sie würden unter keinen Umständen die Waffen niederlegen.
Siniora ruft zur Versöhnung aufAm Vorabend des ersten Jahrestages des Beginns des Krieges zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz hatte Ministerpräsident Fuad Siniora seine politischen Gegner zu Dialog und Versöhnung aufgerufen. Siniora hatte am Mittwoch zudem die Armee aufgerufen, die «Verbrecherbande» Fatah al Islam zu stoppen.
Bei den Kämpfen um Nahr al Bared sind bisher mindestens 174 Menschen getötet worden, darunter 86 Soldaten. Israel hatte im vergangenen Sommer einen Krieg begonnen, der 33 Tage andauerte, nachdem die schiitische Hisbollah an der Grenze zwei israelische Soldaten verschleppt hatte. (dpa/AP)