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Spanien will Unifil-Truppen im Libanon halten

25. Jun 2007 07:43, ergänzt 12:00
Spanische UN-Soldaten bei der Bergung der Opfer
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Bei einem Bombenanschlag im Südlibanon sind mehrere spanische UN-Soldaten getötet worden. Die Regierung in Madrid sieht islamistische Extremisten hinter der Tat. Ein Abzug ist aber nicht geplant.

Das Verteidigungsministerium in Madrid macht für den Bombenanschlag im Südlibanon mit sechs toten spanischen Blauhelmsoldaten die palästinensische Extremistengruppe Fatah al Islam verantwortlich. Das berichtete die spanische Zeitung «El País» am Montag unter Berufung auf das Ministerium.

Die dem Terrornetzwerk Al Qaeda nahe stehende Gruppe Fatah al Islam hatte mit Anschlägen gegen die UN-Truppen im Libanon (Unifil) gedroht. Bei dem Attentat auf eine Unifil-Patrouille waren am Sonntag sechs Blauhelmsoldaten getötet und zwei verletzt worden.

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Verteidigungsminister José Antonio Alonso flog noch am frühen Montagmorgen mit einer Militärmaschine nach Beirut. Der Bombenanschlag auf die spanischen Truppen ereignete sich am späten Sonntagnachmittag nahe der südlibanesischen Ortschaft Mardschajun.

Bei der Vorbeifahrt des gepanzerten Fahrzeugs der Spanier explodierte eine Autobombe oder ein anderer Sprengsatz, der per Fernzündung zur Detonation gebracht worden sei, sagte Alonso. Der Minister schloss es aus, dass die Soldaten auf eine ältere Mine gefahren waren. Er sprach von einem gezielten Terrorakt.

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. «Die spanischen Friedenshüter werden ihre Arbeit trotz des Anschlags fortsetzen», sagte ein Sprecher der spanischen Blauhelm- Truppe im Libanon. «Es gibt keine Pläne, das Gebiet zu verlassen.»

Die Opfer waren junge Militärs im Alter zwischen 18 und 21 Jahren. Drei von ihnen waren gebürtige Kolumbianer, die die spanische Staatsbürgerschaft angenommen hatten. Die Unifil-Truppe beobachtet im Südlibanon die Waffenruhe zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz. Sie soll auch den Schmuggel von Waffen an die Hisbollah unterbinden.

Tat international verurteilt

US-Außenministerin Condoleezza Rice und der französische Außenminister Bernard Kouchner verurteilten in Paris das Attentat auf die spanischen UN-Soldaten. «Es ist wichtig, dass der Krieg beendet wird», sagte Rice am Sonntag in Paris. «Die politische Lage im Libanon ist schwierig, aber es gibt eine gewählte Regierung, und es sollte ihr ermöglicht werden, zu funktionieren», betonte Rice.

Auch Israels Außenministerin Zipi Liwni bedauerte das Blutvergießen in einem Telefonat mit ihrem spanischen Kollegen Miguel Angel Moratinos. Die Hisbollah-Bewegung verurteilte in einer ersten Stellungnahme den Angriff. Es handelte sich um den ersten Anschlag gegen UN- Soldaten, seit das Mandat der Unifil nach Beendigung des Kriegs zwischen Israel und der Hisbollah im vergangenen Sommer auf die Entwaffnung der Milizen im Südlibanon ausgedehnt worden war.

Der syrische Außenminister Walid al Muallem sprach von einem «verbrecherischen Akt». Der Anschlag sei geplant worden, um «die Stabilität und Sicherheit im Südlibanon zu sabotieren», zitierte ihn die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Auch die EU-Kommission verurteilte den Anschlag.

In der Nacht zum Sonntag kam es zu einem blutigen Zusammenstoß in Tripoli im Norden des Libanon, nachdem Angehörige der Fatah al Islam das Feuer auf einen Armee-Jeep eröffnet und dabei einen Soldaten getötet hatten. Als das Militär mit Verstärkung anrückte, nahmen die Extremisten den Großvater und die zehnjährige Tochter eines Polizisten in einem nahe gelegenen Haus als Geiseln.

Heftige Kämpfe

Den Beamten erschossen die Extremisten ebenso wie im weiteren Verlauf des Gefechts ihre beiden Geiseln. Auch sechs Extremisten wurden erschossen. Ein libanesischer Soldat starb am Samstag, als Kämpfer der Fatah al Islam nahe dem Flüchtlingslager Nahr al Bared bei Tripoli aus dem Hinterhalt das Feuer auf eine Armeepatrouille eröffneten.

Drei weitere Soldaten kamen ums Leben, als sie beim Minenräumen eine Sprengfalle auslösten. Kämpfer der Fatah al Islam hatten sich in dem Lager wochenlang zum Teil schwere Gefechte mit den Regierungstruppen geliefert. Die Kämpfe flauten Mitte letzter Woche ab. Insgesamt waren dabei 148 Menschen ums Leben gekommen. Die meisten Extremisten tauchten danach in anderen Teilen des Lagers sowie in der Stadt Tripoli unter. (dpa)

 
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