20. Jun 2007 19:16
Palästinenser-Präsident Abbas will keinen Dialog mit «mörderischen Terroristen». Er warf der Hamas vor, einen Putschversuch unternommen zu haben.
Zugleich bekräftigte Steg die Unterstützung der Bundesregierung für Abbas und die von ihm ernannte Notstandsregierung unter Ministerpräsident Salam Fajad. Israel nahm indessen Kontakt mit der neuen von Abbas eingesetzten Notstandsregierung auf. Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums bestätigte, Außenministerin Zipi Liwni habe mit dem neuen Ministerpräsidenten Salam Fajad telefoniert. Die Einrichtung der neuen Regierung ermögliche Fortschritte im Friedensprozess, erklärte Liwni den Angaben zufolge. Abbas warf der radikalislamischen Bewegung Hamas überdies vor, bei seinem Besuch im Gazastreifen vor einem Monat einen Mordanschlag auf ihn geplant zu haben. Aktivisten hätten einen Tunnel unter einer Straße gegraben, über die sein Wagen fahren sollte, und versucht, ihn mit 250 Kilogramm Sprengstoff zu füllen. Er habe Videoaufnahmen von den Vorbereitungen erhalten. Abbas sagte, er habe die Aufnahmen an alle arabischen Staaten weitergegeben, um zu zeigen, wie diese «dunkle Bewegung» arbeite.
Der Präsident betonte, dass trotz der Unruhen die Friedensgespräche mit Israel wieder aufgenommen werden sollten. «Die Atmosphäre verhindert nicht den Start von Verhandlungen», sagte er. Man hoffe, dass die internationale Gemeinschaft und das Nahost-Quartett dabei helfen würden, eine internationale Friedenskonferenz einzuberufen. Abbas warnte Israel jedoch auch, keinen Vorteil aus der Lage im Gazastreifen zu ziehen und die Kontrolle über das Westjordanland nicht zu verstärken. «Die Putschisten haben in ihrem Wahn denjenigen eine goldene Möglichkeit verschafft, die den Gazastreifen vom Westjordanland trennen wollen», sagte Abbas. (nz/AP/dpa)