Ein anderes Mal forderte ein Hamas-Mitglied für einen Verwandten eine Unterschrift für eine Röntgenaufnahme, obwohl die Ärzte sich dagegen entschieden hatten. «Unterschreib' das», drängte ein Kollege den Arzt Lui al Chalidi. «Das Land gehört jetzt denen.» Mindestens 200 Patienten seien mit Schusswunden in den Beinen und Kniescheiben ins Krankenhaus gekommen, sagt Al Chalidi. In vielen Fällen bleibe nur die Amputation. «Einigen von ihnen habe ich den Tod gewünscht. Es ist eine solche Schande, mit so einer Verletzung zu leben, die von ihrem eigenen Volk verursacht wurde.»
Sein Patient Abdel Maguid Abu Lehija hat kein Wort gesprochen, seit er vor neun Tagen mit einer zerschmetterten Kniescheibe und fixierten Beinen aufwachte. Stöhnend schüttelt der 38-Jährige nur den Kopf. Viele Verletzte müssten in andere Krankenhäuser gebracht werden, sagt der Mitarbeiter Bakr Abu Safia.
Doch die Zuständigkeiten zwischen den Ärzten sind unklar, und die Grenze nach Israel ist geschlossen. «Wenn das eigene Leben in Gefahr ist, wen interessiert da die medizinische Versorgung?» Das Trauma, sagt Abu Safia, sei noch lange nicht vorbei. (Sarah El Deeb, AP)