08. Jun 2007 08:19, ergänzt 14:31
Israel würde Syrien die Golanhöhen nur überlassen, wenn es das Gebiet für 25 Jahre pachten könnte. Berichte über ein Friedensangebot an Damaskus wurden dementiert.
Nach Berichten über einen möglichen Abtritt der israelisch besetzten Golanhöhen an Syrien hat Israels Bauminister Meir Schitrit am Freitag erklärt, er könne syrische Souveränität über das Gebiet akzeptieren, wenn Syrien Israel das Gebiet für 25 Jahre verpachte. Dies sei ein ausreichender Zeitraum, um den Willen Syriens zu einem Frieden mit Israel zu überprüfen. Von syrischer Seite zitierte der israelische Rundfunk unterdessen einen namentlich nicht genannten Diplomaten in London, der ein Friedensangebot Olmerts bestritt. Es gebe keine Einladung Israels zu neuen Friedensgesprächen.
Zuvor hatte die israelische Zeitung «Jedioth Achronot» berichtet, der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert habe Syrien in einer Geheimbotschaft einen Rückzug von den Golanhöhen im Gegenzug für einen umfassenden Friedensvertrag angeboten. Deutsche und türkische Vermittler hätten dem syrischen Präsident Baschar al Assad ein entsprechendes Angebot Olmerts überbracht, hieß es.Israel verlangt laut dem Bericht zudem, dass Damaskus Unterstützung für militante Palästinensergruppen einstelle. Der syrische Präsident habe bisher nicht auf das Angebot geantwortet.
Israel hatte die syrischen Golanhöhen im Sechs-Tage-Krieg 1967 erobert. Die spätere Annexion wurde vom UN- Sicherheitsrat für nichtig erklärt. Damaskus verlangt deren Rückgabe als Vorbedingung für einen Friedensvertrag. Das Gebiet ist militärstrategisch und wegen des Zugangs zu Wasserquellen bedeutsam.
Olmert hatte am Mittwoch nach Beratungen des so genannten Sicherheitskabinetts erklärt, Israel sei an einer Friedenslösung mit Syrien interessiert. Israel habe Syrien diese Botschaft übermittelt.
Israelische Medien hatten in den vergangenen Tagen unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet, die syrische Armee bereite sich auf einen Krieg mit Israel im Sommer vor. Demnach soll Olmert seine Minister angewiesen, ihr «Geschwätz» über syrische Kriegsabsichten zu unterlassen. (dpa)