netzeitung.deAmnesty wirft Israel Rechtsbrüche vor

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Israelischer Panzer im Westjordanland (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Israelischer Panzer im Westjordanland
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die israelische Besetzung von Gazastreifen und Westjordanland hat laut Amnesty International die Wirtschaft der Palästinenser ruiniert. Israel wird die Verletzung internationalen Rechts angelastet.

Amnesty International hat Israel zum 40. Jahrestag der Besetzung des Westjordanlandes und des Gazastreifens fortdauernde Verstöße gegen internationales Recht vorgeworfen. Die israelischen Restriktionen hätten einen Kollaps der palästinensischen Wirtschaft zur Folge.

«Für eine Existenz sind nun die meisten Palästinenser auf Hilfen angewiesen», teilte die Organisation mit. Armut und Hoffnungslosigkeit breiteten sich aus. In einem am Montag verbreiteten Bericht rief die Menschenrechtsorganisation dazu auf, Verkehrsblockaden im Westjordanland abzubauen, dort den Bau einer Sperranlage auf palästinensischem Land einzustellen und den Ausbau jüdischer Siedlungen zu beenden. Außerdem müsse der Abriss palästinensischer Häuser gestoppt werden, hieß es.

Der stellvertretende israelische Ministerpräsident Schimon Peres (Kadima) sagte dem israelischen Rundfunk, die Sperranlage habe palästinensische Selbstmordanschläge in Israel fast vollständig gestoppt. Israel habe sie nicht «aus einer Laune heraus» gebaut, sagte der Friedensnobelpreisträger.

Peres verteidigt Sperrwall
Die Anlage habe «Dutzende, wenn nicht Hunderte von Leben gerettet», sagte Peres dem Sender. «Die schlimmsten Schäden durch den Palästinenseraufstand Intifada - für Israel aus menschlicher und für die Palästinenser aus wirtschaftlicher Sicht - wurden durch Selbstmordattentäter aus dem Westjordanland angerichtet, die in Israel Busse in die Luft jagten.»

Wenn es nur Absicht wäre, palästinensische Selbstmordattentäter davon abzuhalten nach Israel zu gelangen, verliefe die Sperranlage auf der Grünen Linie, der Grenze zwischen Israel und dem Westjordanland, erklärte der Regionaldirektor von Amnesty für den Nahen Osten, Malcolm Smart.

Die Sperranlage stehe aber überwiegend auf palästinensischem Land. Ungesetzlich errichtete jüdische Siedlungen würden unerbittlich ausgebaut, so Smart. Mehr als 500 Kontrollpunkte und Straßenblockaden schränkten den palästinensischen Verkehr weitgehend ein.

Appell an militante Palästinenser
Amnesty rief bewaffnete Palästinensergruppen auf, Angriffe aus Zivilisten einzustellen. Die palästinensische Führung müsse entsprechende Schritte unternehmen. Israel hatte das Westjordanland und den Gazastreifen im Sechs- Tage-Krieg (5. Juni bis 10. Juni 1967) besetzt. Aus dem Gazastreifen ist Israel 2005 abgezogen, hält das Palästinensergebiet aber weitgehend abgeriegelt. (dpa)