23. Mai 2007 10:12
Mit weißen Fahnen verlassen tausende Palästinenser das umkämpfte Flüchtlingslager Nahr el Bared im Libanon. Dort liegen überall Leichen, es gibt weder Wasser noch Nahrung.
Vor allem Frauen mit Kindern und alte Menschen machten sich am Dienstagabend in Autos und auf Lastwagen das Lager bei Tripoli. Sie hatten weiße Fahnen bei sich, um sich vor Angreifern zu schützen, wie Augenzeugen berichteten. Viele ihnen versuchten auch, zu Fuß eines der benachbarten Palästinensercamps zu erreichen.Dabei nutzten sie ein Abflauen der Gefechte am Abend. Am Nachmittag hatten die Milizionäre der radikal-islamischen Fatah al Islam eine einseitige Waffenruhe verkündet. Während die Kämpfe nach kurzer Zeit wieder aufflammten, beruhigte sich die Lage nach Angaben der Armee mit Einbruch der Dunkelheit. «Die Lage rund um das Camp ist ruhig, und beide Seiten halten sich an die Waffenruhe», sagte ein Armeesprecher der Nachrichtenagentur dpa.
Bei den seit Sonntag andauernden Kämpfen kamen Dutzende Menschen ums Leben, darunter viele Zivilisten. Genaue Opferzahlen gab es zunächst nicht. Flüchtlinge, die sich in Sicherheit bringen konnten, sprachen von katastrophalen Zuständen in dem Camp.