Das libanesische Kabinett beschloss ein hartes Vorgehen gegen die palästinensische Miliz, der Verbindungen zur Al Qaeda nachgesagt werden. Man müsse «das terroristische Phänomen beenden, das den Werten und der Natur des palästinensischen Volkes fremd ist», sagte Informationsminister Ghasi Aridi nach einer Krisensitzung am Montagabend. Wegen anhaltender Gefechte gelang es dem UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) zunächst nicht, Vorsorgungsgüter nach Nahr el Bared am Stadtrand von Tripoli zu transportieren. Später gelangte ein Konvoi bis zum Eingang des Lagers und wurde prompt von Querschlägern getroffen. Einem UNRWA-Sprecher zufolge wurde dabei mindestens ein Mensch verletzt. Im Lager selbst wurden dem Hilfswerk zufolge bei neuen Kämpfen mindestens 15 Zivilpersonen getötet oder verwundet. Es herrschten dort katastrophale Zustände. Mehrere Häuser seien zerstört und ihre Einwohner unter den Trümmern begraben worden. Die Flucht der Zivilpersonen, überwiegend Frauen und Kinder, begann am Abend, als die Gefechte kurzzeitig abflauten. UN-Mitarbeiter in einem weiteren Lager in der Nähe rechneten über Nacht mit der Ankunft von 10.000 Menschen.