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«Sehr, sehr brutale Gruppe von Leuten»

22. Mai 2007 21:37
Auf der Flucht
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Die libanesische Führung hat der US-Regierung zufolge Washington um zusätzliche Militärhilfe gebeten. Angesichts der anhaltenden Kämpfe im Norden des Libanons sind tausende Zivilpersonen auf der Flucht.

Die libanesische Führung hat laut US-Regierung Washington um zusätzliche Militärhilfe gebeten. Die US-Regierung prüfe derzeit eine entsprechende Anfrage aus Beirut, sagte der US-Außenamtssprecher Sean McCormack am Dienstag in Washington. «Es handelt sich um eine sehr, sehr brutale Gruppe von Leuten, mit denen die libanesischen Streitkräfte fertig werden müssen und sie leisten dabei gute Arbeit», so McCormack.

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Die USA haben 2006 laut US-Außenministerium Libanon Militärhilfe in Höhe von 40 Millionen Dollar (etwa 30 Millionen Euro) geleistet. In diesem Jahr habe Libanon bisher Militärhilfe im Wert von etwa fünf Millionen Dollar erhalten.

Angesichts der anhaltenden Kämpfe im Norden des Libanons sind tausende Zivilpersonen auf der Flucht. Sie verließen am Dienstagabend in Strömen das palästinensische Flüchtlingslager Nahr el Bared, in dessen Umkreis sich libanesische Soldaten und islamistische Milizionäre den dritten Tag in Folge blutige Gefechte lieferten. Die libanesische Regierung gab den Streitkräften freie Hand im Kampf gegen die Fatah Islam. Deren Kämpfer drohten mit einem Bürgerkrieg im ganzen Land, falls die militärische Belagerung nicht eingestellt werde.

Versorgung nur schwer möglich

Das libanesische Kabinett beschloss ein hartes Vorgehen gegen die palästinensische Miliz, der Verbindungen zur Al Qaeda nachgesagt werden. Man müsse «das terroristische Phänomen beenden, das den Werten und der Natur des palästinensischen Volkes fremd ist», sagte Informationsminister Ghasi Aridi nach einer Krisensitzung am Montagabend. Wegen anhaltender Gefechte gelang es dem UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) zunächst nicht, Vorsorgungsgüter nach Nahr el Bared am Stadtrand von Tripoli zu transportieren.

Später gelangte ein Konvoi bis zum Eingang des Lagers und wurde prompt von Querschlägern getroffen. Einem UNRWA-Sprecher zufolge wurde dabei mindestens ein Mensch verletzt. Im Lager selbst wurden dem Hilfswerk zufolge bei neuen Kämpfen mindestens 15 Zivilpersonen getötet oder verwundet. Es herrschten dort katastrophale Zustände. Mehrere Häuser seien zerstört und ihre Einwohner unter den Trümmern begraben worden. Die Flucht der Zivilpersonen, überwiegend Frauen und Kinder, begann am Abend, als die Gefechte kurzzeitig abflauten. UN-Mitarbeiter in einem weiteren Lager in der Nähe rechneten über Nacht mit der Ankunft von 10.000 Menschen.

Unruhen breiten sich aus

Die Unruhen drohten auf weitere palästinensische Flüchtlingslager überzugreifen. Im größten Lager Ein el Hilweh nahe der südlichen Hafenstadt Sidon wurden Autoreifen in Brand gesetzt. Zu ähnlichen Unruhen kam es im nahe gelegenen Lager Raschidijeh. Insgesamt gibt es im Libanon zwölf solche Lager, in denen mehr als 215.000 der insgesamt 400.000 palästinensischen Flüchtlinge unter zum Teil menschenunwürdigen Bedingungen leben. (nz/dpa/AP)

 
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