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Libanons Regierung ruft Ausland um Hilfe an

22. Mai 2007 12:54
Libanesische Soldaten am Rande des Flüchtlingslagers Nahr el Bared
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Militante Islamisten im Libanon schwächen die Souveränität der Regierung. Mit einem demonstrativen Hilfsappell wendet sich Wirtschaftsminister Haddad nun an die Weltgemeinschaft.

Die libanesische Regierung ist offensichtlich machtlos gegen islamistische Extremisten, die in palästinensischen Flüchtlingslagern im Land Unterschlupf finden. Wirtschaftsminister Sami Haddad bat nun das westliche Ausland und die arabische Welt, dem Land Geld und Waffen für den Kampf gegen die Islamisten zur Verfügung zu stellen.

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Die Gruppe Fatah al Islam sei schwer bewaffnet und finanziell gut ausgestattet, sagte Haddad dem US-Sender CNN. Die libanesische Armee wolle es mit ihnen aufnehmen - brauche dafür aber Hilfe von außen. Dann könne das Militär den Kampf um das Palästinensercamp Nahr el Bared gewinnen.

Im Umkreis des Lagers nahe der Stadt Tripoli wird seit Sonntag gekämpft, nachdem die Armee dort ein Gebäude angegriffen hatte. Nach offiziellen libanesischen Angaben wurden bislang mindestens 15 Extremisten und 30 Soldaten getötet.

USA versprechen Hilfe

US-Präsident George W. Bush sicherte der Regierung in Beirut bereits Unterstützung zu. Extremisten, die die junge Demokratie stürzen wollten, müssten unter Kontrolle gebracht werden, sagte Bush am Montagabend. In der Vergangenheit hatte der amerikanische Präsident auch die libanesische Regierung kritisiert und ihr vorgeworfen, sich zu stark dem Einfluss Syriens auszusetzen.

Die libanesische Armee wird nicht nur durch ihre schlechte Ausstattung daran gehindert, schärfer gegen die Fatah al Islam vorzugehen. Die Soldaten dürfen von Rechts wegen auch nicht in die Palästinenserlager eindringen.

Notstand in Flüchtlingslagern

Nach Schätzungen des UN-Flüchtlingshilfswerks für palästinensische Flüchtlinge UNRWA leben allein in Nahr el Bared mehr als 30.000 registrierte Flüchtlinge. Insgesamt haben im Libanon mehr als zehn Mal so viele Palästinenser Zuflucht gefunden.

Die Camps wurden kurz nach der Unabhängigkeit Israels 1948 errichtet. Beobachtern zufolge sind sie völlig überfüllt und haben eine unzureichende Infrastruktur. (nz)

 
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