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Libanesische Armee kämpft gegen Islamisten

20. Mai 2007 12:21, ergänzt 16:18
Libanesische Soldaten
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Im Libanon ist es zu Gefechten zwischen Islamisten und dem Militär gekommen. Die Extremisten sammeln sich in palästinensischen Flüchtlingscamps.

Bei heftigen Kämpfe zwischen Sicherheitskräften und militanten Islamisten sind am Sonntag in der nordlibanesischen Hafenstadt Tripoli und einem angrenzenden Flüchtlingslager zahlreiche Menschen getötet worden.

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Sicherheitskräfte sprachen von den schwersten Gefechten in der Stadt seit zwei Jahrzehnten und erklärten, 13 Soldaten und mehrere Extremisten seien getötet worden. Zur genauen Zahl der Opfer lagen wegen der anhaltenden Gewalt keine verlässlichen Angaben vor. In Sicherheitskreisen war von 13 getöteten Soldaten die Rede, 19 Soldaten und 14 Polizisten seien verletzt worden.

Ein Sprecher der Gruppe Fatah Islam berichtete von zwei getöteten und fünf verletzten Extremisten im palästinensischen Flüchtlingslager Nahr el Bared. Zahlreiche Häuser seien dort zerstört worden, sagte Abu Salim. Anwohner in der Nähe berichteten, in dem Lager seien mindestens zwölf Zivilpersonen getötet oder verletzt worden. Eine Bestätigung dafür gab es zunächst jedoch nicht.

Unter dem Beifall hunderter Schaulustiger beschossen Panzer am Nachmittag das Hauptquartier der Fatah Islam in Nahr al Bared. Unter den Getöteten befand sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen auch ein hochrangiges Mitglied der Gruppe. Die Kämpfe begannen, nachdem Polizisten auf der Suche nach Bankräubern die Wohnung eines Islamisten in Tripoli gestürmt hatten.

Kämpfer der Fatah Islam besetzten anschließend Stellungen der libanesischen Armee am Eingang zum Flüchtlingslager. Die Soldaten forderten Verstärkung an und lieferten sich heftige Feuergefechte mit den Islamisten.

Schwere politische Krise

Die Kämpfe unterstreichen die derzeitige Instabilität des Libanons. Eine politische Krise, in der sich eine westlich orientierte Regierung und eine prosyrische Opposition gegenüberstehen, lähmt seit Monaten das Land.

Die Gefechte zeigen auch, welche Schwierigkeiten die Regierung hat, ihren Einfluss im ganzen Land geltend zu machen, wo seit dem Ende des Bürgerkriegs von 1975 bis 1990 immer noch bewaffnete Milizen in vielen Bereichen das Sagen haben. Syrien schloss wegen der Gefechte zwei Grenzübergänge nach Nordlibanon, wie das Innenministerium in Damaskus laut einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Sana mitteilte.

Grund für die vorübergehende Schließung der Grenzübergänge Al Aridha und Al Dabussjah in Nordsyrien seien Sicherheitsbedenken. Die Gruppe Fatah Islam ist eine Abspaltung der prosyrischen Fatah Aufstand, die sich Anfang der 80er Jahre von der palästinensischen Befreiungsorganisation Fatah abgespalten hatte.

Die Ausrichtung der Fatah Islam ist aber unklar. Während ihr einige Vertreter aus libanesischen Sicherheitskreisen Verbindungen zur Terrororganisation Al Qaeda oder zumindest eine ähnliche Struktur und Doktrin nachsagen, halten andere sie für eine Frontorganisation des syrischen Militärgeheimdienstes, der das Land destabilisieren wolle. (AP)

 
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