Die Kämpfe unterstreichen die derzeitige Instabilität des Libanons. Eine politische Krise, in der sich eine westlich orientierte Regierung und eine prosyrische Opposition gegenüberstehen, lähmt seit Monaten das Land. Die Gefechte zeigen auch, welche Schwierigkeiten die Regierung hat, ihren Einfluss im ganzen Land geltend zu machen, wo seit dem Ende des Bürgerkriegs von 1975 bis 1990 immer noch bewaffnete Milizen in vielen Bereichen das Sagen haben. Syrien schloss wegen der Gefechte zwei Grenzübergänge nach Nordlibanon, wie das Innenministerium in Damaskus laut einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Sana mitteilte.
Grund für die vorübergehende Schließung der Grenzübergänge Al Aridha und Al Dabussjah in Nordsyrien seien Sicherheitsbedenken. Die Gruppe Fatah Islam ist eine Abspaltung der prosyrischen Fatah Aufstand, die sich Anfang der 80er Jahre von der palästinensischen Befreiungsorganisation Fatah abgespalten hatte.
Die Ausrichtung der Fatah Islam ist aber unklar. Während ihr einige Vertreter aus libanesischen Sicherheitskreisen Verbindungen zur Terrororganisation Al Qaeda oder zumindest eine ähnliche Struktur und Doktrin nachsagen, halten andere sie für eine Frontorganisation des syrischen Militärgeheimdienstes, der das Land destabilisieren wolle. (AP)