netzeitung.deBewegung im Fall des entführten Israeli

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Der vor neun Monaten verschleppte Soldat (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der vor neun Monaten verschleppte Soldat
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Israel und die palästinensische Hamas verhandeln über die Freilassung des gekidnappten Soldaten Schalit. Beide Seiten bestätigten Fortschritte.

Die Chancen auf eine Freilassung des vor mehr als neun Monaten verschleppten israelischen Soldaten Gilad Schalit scheinen gestiegen zu sein. Israel und die radikalislamische Hamas- Bewegung haben am Sonntag bestätigt, dass in den Fall Bewegung gekommen ist.

Hamas-Sprecher Fauwsi Barhum sagte in Gaza, man sei bei den Verhandlungen über einen Häftlingsaustausch weitergekommen.
Israel sei mit ägyptischer Hilfe eine Liste von palästinensischen Gefangenen übergeben worden, deren Freilassung gefordert werde, so Barhum. Der Ball befinde sich nun auf der israelischen Seite. Nach palästinensischen Angaben fordert Hamas weiterhin die Freilassung von insgesamt mehr als 1000 Gefangenen.

Ein ranghoher Regierungsvertreter in Jerusalem bestätigte dem israelischen Rundfunk ebenfalls Fortschritte, betonte jedoch, der Weg bis zu einem umfassenden Häftlingsaustausch sei noch weit.

Israelische Medien berichteten am Sonntag über eine Liste mit den Namen von 450 palästinensischen Häftlingen, die in einem ersten Schritt im Rahmen des Tauschhandels freikommen sollen. Der israelische Inlandsgeheimdienst Schin Bet prüfe jeden Fall einzeln.

Freilassung Bargutis im Gegenzug gefordert
Auf der Liste stehe auch der Name des seit 2002 in Israel inhaftierten Fatah-Führers Marwan Barguti. Israel könnte einer Freilassung Bargutis zustimmen, meldete die Zeitung «Jediot Achronot» am Sonntag unter Berufung auf Regierungskreise. Unter den aufgelisteten Häftlingen seien jedoch auch «Mörder, an deren Händen Blut klebt». Ihrer Freilassung werde man nicht zustimmen.

Der israelische Soldat war am 25. Juni 2006 verschleppt worden. Drei militante palästinensische Organisationen hatten einen Militärposten in der Nähe des Gazastreifens überfallen und den damals 19-jährigen Panzersoldaten in den Gazastreifen entführt.

Abbas zuversichtlich
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte sich am Freitag optimistisch über eine baldige Freilassung Schalits geäußert. Nach palästinensischen Angaben war dies auch eine zentrale Forderung von Bundeskanzlerin Angela Merkel an Abbas bei ihrem jüngsten Besuch in der Region.

In Hebron im Westjordanland wurden am Sonntag zwei israelische Grenzsoldaten zum Teil schwer verletzt, als ein Palästinenser mit einem Messer auf sie einstach. Der Angreifer sei danach von einem anderen Soldaten durch Schüsse verletzt und festgenommen worden, meldete der israelische Rundfunk. (dpa)