06. Mrz 2007 18:07
Deutsche Bischöfe haben die Mauer um die Palästineser- Gebiete mit dem Warschauer Ghetto verglichen. Für den Zentralrat der Juden ist das Antisemitismus - Israel spricht von «Demagogie».
Die Bischöfe hatten während einer einwöchigen Pilgerreise durchs Heilige Land unter anderem die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem in Jerusalem und auch Ramallah im Westjordanland besucht. Dort informierten sie sich über die von Israel errichtete Trennmauer entlang der Palästinensergebiete. Der Eichstätter Bischofs Gregor Maria Hanke sagte anschließend nach Angaben der «Süddeutschen Zeitung» vor Journalisten: «Morgens in Jad Vaschem die Fotos vom unmenschlichen Warschauer Ghetto, abends fahren wir ins Ghetto in Ramallah. Da geht einem doch der Deckel hoch.» Der Augsburger Bischof Walter Mixa habe angesichts der prekären Lage der Palästinenser von einer «ghettoartigen Situation» gesprochen. Dies sei «fast schon Rassismus», zitierte die Zeitung den Bischof. Andere Blätter berichteten ähnlich.
Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (FAZ) zitierte darüber hinaus den Kölner Kardinal Joachim Meisner mit den Worten: «So etwas macht man mit Tieren, nicht mit Menschen.» Meisner dementierte diese von der FAZ zitierte Formulierung. «Er kann das so nicht bestätigen», sagte sein Sprecher Christoph Heckeley am Dienstag in Köln auf dpa- Anfrage. Meisner habe aber gesagt: «Dass ich so was in meinem Leben noch mal sehen muss, das hätte ich nicht gedacht.» Zudem habe er prophezeit: «Diese Mauer wird fallen wie die Berliner Mauer auch.» Israels Botschafter kritisierte, die Bischöfe hätten sich nicht über die Ursachen informiert, die israelische Regierungen veranlasst hätten, die «erzwungenen und notwendigen Sicherheitsmaßnahmen» zu ergreifen, um Israelis vor Terror zu schützen. Zaun und Mauer könnten bei geänderten politischen Bedingungen wieder abgebaut werden. «Die Opfer von Terroristen kann man nicht wieder ins Leben zurückrufen.» (nz)