netzeitung.deIsrael baut Militärsperren im Westjordanland ab

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Israelischer Panzer im Westjordanland (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Israelischer Panzer im Westjordanland
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Israel will knapp 60 Straßensperren im Westjordanland abbauen und so den Palästinensern wieder mehr Bewegungsfreiheit ermöglichen. Zugleich feuerten militante Palästinenser jedoch wieder Raketen ins Grenzgebiet ab.

Israel plant Erleichterungen für die palästinensische Bevölkerung im Westjordanland. Insgesamt sollen knapp 60 Militärsperren abgebaut werden, teilte der israelische Verteidigungsminister Amir Perez am Montag über sein Büro mit. 27 davon sollen sofort abgebaut werden. Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hatte dies bei einem Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas am Samstag vereinbart.

Indes drohte jedoch angesichts neuer Raketenangriffe militanter Palästinenser aus dem Gazastreifen die vor einem Monat vereinbarte Waffenruhe wieder zu scheitern. Am Montag schlug eine von militanten Palästinensern abgefeuerte Kassam-Rakete im Bereich einer «strategisch wichtigen Einrichtung» in der israelischen Küstenstadt Aschkelon ein, sagte eine Armeesprecherin. Sie nannte keine Einzelheiten. Israelische Medien berichteten, in der Anlage seien mehrere Gebäude beschädigt worden.

Insgesamt wurden am Montag drei Raketen in das israelische Grenzgebiet abgefeuert. Seit Beginn der Waffenruhe haben militante Palästinenser nach israelischen Angaben mehr als 55 Kassam-Raketen auf Israel geschossen.

Gefangenenfreilassung erwogen
Perez betonte nach den neuen Angriffen, Israel werde gegen Palästinenser vorgehen, die Raketen abfeuern. Bislang unterließ die israelische Armee zumeist Gegenangriffe, selbst wenn Soldaten militante Palästinenser beim Abschießen von Raketen beobachten.

Der Verteidigungsminister sprach sich am Montag außerdem erstmals dafür aus, palästinensische Häftlinge noch vor einer Einigung über eine Freilassung des entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit aus der Haft zu entlassen. Eine solche humanitäre Geste vor dem Beginn des muslimischen Opferfestes Eid el-Adha am Samstag könne die Freilassung Schalits beschleunigen, sagte Perez. Eine Sprecherin bestätigte, Olmert erwäge die Frage ernsthaft. Schalit war vor einem halben Jahr von palästinensischen Angreifern verschleppt worden. (nz)