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Spekulation über Nahost-Mission für BND-Chef

31. Aug 2006 15:28, ergänzt 20:10
Ernst Uhrlau
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BND-Chef Uhrlau wird am Samstag in Beirut erwartet. Berichte darüber, dass er einen Gefangenenaustausch zwischen Israel und der Hisbollah vermitteln helfen soll, dementierte der BND.

Der Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND), Ernst Uhrlau, wird am Samstag in Beirut erwartet. Der BND dementierte jedoch Berichte, die von einem Vermittlungsauftrag Uhrlaus für einen Gefangenenaustausch zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz sprachen. Es gebe derzeit keine deutschen Aktivitäten für einen Gefangenenaustausch, sagte ein hochrangiger BND-Vertreter am Donnerstag der «Süddeutschen Zeitung». Die Spekulationen, die am Donnerstag durch den Bericht einer libanesische Zeitung ausgelöst wurden, seien «ein substanzloses Gerücht».

Mehr in der Netzeitung:
Die Libanon-Visite ist laut BND ein «normaler Arbeitsbesuch». Uhrlau werde sich für die Zusammenarbeit im Fall der gescheiterten Kofferbomben-Anschläge in Deutschland bedanken, heißt es in der Zeitung weiter. Die libanesischen Behörden hatten einen den Hauptverdächtigen im Libanon gefasst.

Die libanesische Zeitung «al-Safir» hatte berichtet, dass Uhrlau an der Spitze einer Vermittler-Delegation stehe. Dabei solle es es sich den Angaben zufolge zu einem größten Teil um Mitglieder der Gruppe handeln, die den letzten Gefangenenaustausch zwischen Israel und der pro-iranischen Hisbollah im Jahr 2004 organisierte.

Israelische Medien hatten berichtet, Israels Außenministerin Zipi Livni habe bei ihrem Besuch in Berlin am Montag auch BND-Chef Uhrlau getroffen.

Größte Geheimhaltung

Noch während des Livni-Besuches hatte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) jegliche Beteiligung an einem möglichen Gefangenenaustausch dementiert. Aber: Auch frühere Verhandlungen zwischen der Hisbollah und Israel mit deutscher Vermittlung hatten die Beteiligten stets streng geheim gehalten.

Die Hisbollah-Miliz hatte am 12. Juli nahe der Grenze zwei israelische Soldaten verschleppt, um noch in israelischen Gefängnissen einsitzenden Hisbollah-Mitglieder freizupressen. Die Entführung löste den vierwöchigen Waffenkonflikt mit Israel aus, den erst die Uno mit einer Resolution stoppen konnte. Dennoch zeigt sich die Hisbollah bisher nur im Rahmen eines Gefangenenaustausches bereit, die beiden israelischen Soldaten freizugeben.

Bisher nur Sondierungsgespräche

Die deutsche Delegation werde laut «Al-Safir» in Beirut unter anderem den Generaldirektor des Allgemeinen Sicherheitsdienstes, General Wafik Dschissini, treffen. Dem Vernehmen nach handelt es sich um Sondierungsgespräche. Noch seien die Verhandlungen nicht aufgenommen, hieß es. Die libanesische Seite habe zuvor erklärt, ihr sei es im Prinzip egal, wer die Vermittlung übernehme. Voraussetzung sei nur, dass der Vermittler vorab von Israel das Einverständnis dafür eingeholt habe.

In Tel Aviv demonstrierten am Donnerstag zehntausende Israelis für die Freilassung der entführten Soldaten. Der Oberrabbi der Stadt Tel Aviv leitete ein Massengebet. (nz)

 
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