12.08.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Salomon Korn
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Zentralratsvize Korn hat ARD und ZDF Einseitigkeit bei der Nahost-Berichterstattung vorgeworfen. Als Täter würden meist nur die Israelis hingestellt.
Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Salomon Korn, hält die Berichterstattung der Öffentlich-Rechtlichen im Nahost-Konflikt für nicht ausgewogen. In Fernsehbildern von ARD und ZDF seien «die Israelis meist nur die Täter und die Libanesen immer nur die Opfer», sagte Korn dem Magazin «Spiegel». Es seien jedoch auch in Israel eine Million Menschen auf der Flucht. Die zeige jedoch kaum jemand.
«Wo sind denn die Bilder von den Toten und Verwundeten auf israelischer Seite?«, fragte Korn. »Wer zeigt denn die israelischen Kinder, die seit Jahren traumatisiert in den Bunker müssen? ARD und ZDF jedenfalls nicht ausreichend.»
Zudem werde nirgends erwähnt, «dass die Hisbollah eine Terrororganisation ist und dass sie einen demokratischen Staat angegriffen hat. Beide werden in den Nachrichten unzulässigerweise auf eine Stufe gestellt», kritisierte Korn.
Zugleich bedauerte der Zentralratsvize, dass unschuldige Zivilisten getötet würden. «Da begeht Israel tragischerweise Unrecht», wird er zitiert. (nz)