09.08.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Jacques Chirac spricht zu der Presse in Toulon
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Im Streit um die UN-Resolution zum Libanon fordert der französische Präsident Chirac ein Einlenken der USA. Er warnte davor, dass der Konflikt das Gleichgewicht im Nahen Osten in Gefahr bringe.
Der Nahost-Konflikt kann nach Ansicht von Frankreichs Staatschef Jacques Chirac nur auf dem Verhandlungsweg beigelegt werden. «Mit Gewalt wird nichts gelöst. Jede Lösung muss durch eine politische Einigung kommen», sagte er am Mittwoch nach einer Dringlichkeitssitzung seiner Regierungsspitze in Toulon.
«Angesichts dieser Krise, die das Gleichgewicht einer ganzen Region bedroht, setzt Frankreich auf zwei Prioritäten, diplomatische Verhandlungen und humanitäre Hilfe für die Bevölkerung», sagte Chirac, der seinen Urlaub auf seinem in der Nähe liegenden Sommersitz Fort Brégançon unterbrach.
Der Präsident appellierte zudem an die USA, einer UN-Resolution zum Libanon zuzustimmen. Es wäre «die unmoralischste Lösung», von der Forderung nach einer unverzüglichen Waffenruhe abzurücken, sagte er. Frankreich wolle einige Forderungen der Regierung in Beirut in den Resolutionsentwurf aufnehmen.
Chirac drängt Sicherheitsrat zum Handeln«Es scheint, als gebe es Widerstand der USA dagegen», so Chirac. Sollte der UN-Sicherheitsrat keine Entschließung verabschieden, würde dies bedeuten, dass das Gremium die derzeitige Lage in Nahost hinnehme.
Chirac hatte sich zuvor mit Premierminister Dominique de Villepin, Außenminister Philippe Douste-Blazy und Verteidigungsministerin Michèle Alliot- Marie getroffen, um über die Krisensituation im Libanon zu sprechen.
Nach dem libanesischen Einspruch gegen den von den Franzosen und den USA erarbeiteten Entwurf einer UN-Resolution bemühen sich die Diplomaten mit Hochdruck darum, den Friedensplan noch zu retten.
Noch am Dienstag hatte Frankreich den UN-Sicherheitsrat aufgerufen, bei seiner Resolution zum Libanon-Konflikt den Vorschlag Beiruts zur Entsendung von 15.000 Soldaten in das Grenzgebiet zu Israel zu berücksichtigen. (nz)