Nahost-Meldungen vom 9. bis 17. August 2006
09. Aug 2006 09:03, ergänzt 18. Aug 2006 11:00
 |  Nahost-Krisengebiet | Foto: NZ-Grafik |
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Die Weltgemeinschaft wünscht ein schnelles Ende der Nahost-Eskalation. Israel stellt sich aber auf einen längeren Kampf gegen die Hisbollah-Miliz ein. Im Folgenden ein Überblick die Meldungen eines bestimmten Zeitraums.
Donnerstag, 17. August 2006
Bundesregierung will Marine schicken
Die Bundesregierung bietet den Vereinten Nationen Kräfte der Bundesmarine für die Nahost-Friedensmission an. Sie ist auch zur Entsendung der Luftwaffe für Aufklärungsflüge und Transporte bereit. Zu einem Kampfeinsatz von Bodentruppen im Südlibanon soll es nicht kommen.
Frankreich schickt nur 200 Soldaten
Frankreich will nach Medieninformationen zunächst mit nur 200 zusätzlichen Soldaten zu einer verstärkten Unifil-Friedenstruppe im Libanon beitragen. Dabei handele es sich um zehn Offiziere und eine Pioniereinheit, hieß es.
Jung sieht kaum Chancen für Heer
Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sieht kaum Möglichkeiten für die Entsendung von Soldaten des Heeres im Rahmen einer UN-Friedenstruppe für den Nahen Osten. Bei der Marine gebe es hingegen Möglichkeiten, sagte er bei einem Besuch des Militärs.
Israel auf Rückzug aus dem Libanon
Die israelischen Truppen haben nach eigenen Angaben weite Teile des südlichen Libanon an die UN-Truppe übergeben. Am Morgen überquerten libanesische Soldaten den Litani-Fluss im Süden.
Mittwoch, 16. August 2006
Deutschland beteiligt sich an Friedenstruppe
Die Große Koalition in Berlin ist zu einem breit gefächerten Beitrag für die Friedenslösung in Nahost bereit. Die Koalitionsspitzen einigten sich in Bayreuth auf ein entsprechendes Angebot an die Uno. Deutschland wolle humanitäre Hilfe leisten, den Wiederaufbau im Libanon unterstützen und die libanesisch-syrische Grenze sichern helfen, heißt es.
Frankreich will UN-Truppe führen
Frankreich hat sich zur Führung der geplanten internationalen Libanon- Friedenstruppe bereit erklärt. Das teilte Verteidigungsministerin Michele Alliot-Marie am Mittwochabend in Paris mit. Zunächst seien jedoch noch Einzelheiten zu den Befugnissen der Unifil-Truppe zu klären.
Israel kündigt Untersuchungsausschuss an
Der israelische Verteidigungsminister Amir Perez kündigte die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses an. Er soll untersuchen, ob die Armeeführung Fehler bei der Durchführung der Offensive gegen die Hisbollah gemacht hat. Vorsitzender des Ausschusses soll der frühere Generalstabschef Amnon Lipkin-Schahak werden.
Opec unterstützt Aufräumarbeiten
Die Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) unterstützt die Beseitigung der Ölpest vor der libanesischen Küste. Die Opec teilte mit, sie werde 150.000 Euro bereitstellen. Der Erdölteppich habe 150 Kilometer Küste verschmutzt, darunter auch syrisches Territorium.
Israel droht mit weiteren Militäreinsätzen
Israel droht eine Fortsetzung der Militäraktionen im Libanon an, sollte die Hisbollah als bewaffnete Organisation fortbestehen. In diesem Fall müsse die israelische Armee ihren Einsatz weiterführen, sagte ein Regierungsvertreter.
Libanon-Flüchtlinge auf Zypern eingetroffen
Trotz der Waffenruhe im Nahen Osten hält der Flüchtlingsstrom aus dem Libanon an. Am Mittwochmorgen sind auf der Mittelmeerinsel Zypern insgesamt 655 Menschen an Bord des zyprischen Kreuzfahrtsschiffes «Princesa Marissa» und des griechischen Marineschiffes «Chios» eingetroffen.
Libanon kündigt Armee-Stationierung an
Libanesische Streitkräfte sollen ab Donnerstag in den Südlibanon vorrücken. Das beschloss das libanesische Kabinett. Geplant sind 15.000 Soldaten. Wie ein Sprecher der Streitkräfte sagte, sollen die Soldaten nördlich und südlich des Litani-Flusses Stellung beziehen.
Tote bei israelischem Luftangriff
Mit einem Luftangriff hat Israels Militär im Gazastreifen Augenzeugen zufolge zwei Palästinenser getötet. Anwohner in Chan Junis im Süden des Küstengebiets sagten, es sei ein Mitglied der militanten Al-Aksa-Brigaden ums Leben gekommen sowie dessen Vater, der nicht der Gruppe angehört habe.
Dienstag, 15. August 2006
Israelische Soldaten auf dem Heimweg
Nach 34 Tagen Einsatz im Libanon sind die israelischen Truppen auf dem Rückmarsch. Die Stadt Mardschajun wurde geräumt. Schon am Mittwoch soll ein bedeutendes Truppenkontingent abgezogen werden. In einer Woche sollen die rund 30.000 Soldaten alle wieder in Israel sein, wenn die Waffenruhe hält.
Stärkung der Friedenstruppe in wenigen Tagen
Die Vereinten Nationen rechnen damit, dass die massive Verstärkung der UN-Friedenstruppe im Südlibanon (Unifil) an diesem Donnerstag in New York anläuft. Mehrere Länder hätten sich indirekt zur Entsendung von Soldaten, Panzern, Hubschraubern und Schiffen in den Nahen Osten bereit erklärt. Nach Einschätzung von UN-Beamten wird wohl Frankreich die Führung einer Vorhut von zunächst 3500 Blauhelmsoldaten übernehmen.
Iran sieht Hisbollah als Sieger
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat die Hisbollah-Miliz als Sieger im Libanon-Konflikt bezeichnet. Auf einer Massenkundgebung in Teheran sagte er: «Gottes Versprechen hat sich erfüllt.» Die Hisbollah sei «eine Gruppe frommer Jugendlicher, die auf Gott vertrauen».
Steinmeier sagt Syrien-Reise ab
Unmittelbar vor dem Abflug hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier seinen Syrien-Besuch abgesagt. Grund sei die zuvor gehaltene Rede des syrischen Präsidenten Baschar el Assad, der darin der Hisbollah weitere Unterstützung zugesagt und sie zum Sieger über Israel erklärt hatte.
Israel erwägt Gefangenenaustausch
Israel hat laut der Armee die Möglichkeit eines Gefangenenaustauschs mit der Hisbollah in Betracht gezogen. Dafür kämen 13 Häftlinge der Miliz in Frage, teilten hohe Offiziere mit. Außerdem könnten bei einer Freilassung der beiden israelischen Soldaten die Leichen von Dutzenden Hisbollah-Kämpfern übergeben werden.
Libanesische Armee marschbereit
Die libanesische Armee bereitet nach dem Ende der Kämpfe die Stationierung von 15.000 Soldaten an der Grenze im Süden vor. Laut einem Armeesprecher könne die Verlegung «innerhalb von Tagen» erfolgen.
Israel will Stellungen übergeben
Am Mittwoch will die israelische Armee beginnen, eroberte Stellungen im Libanon an die libanesischen Streitkräfte zu übergeben. Diese Aktion solle bis zur kommenden Woche abgeschlossen werden, hieß es.
Beschuss trotz Waffenruhe
Ungeachtet eines Waffenstillstandes feuert die Hisbollah-Miliz in der Nacht zum Dienstag erneut Raketen auf israelische Stellungen im Südlibanon ab. Mindestens zehn Katjuschas seien explodiert, berichteten die israelischen Streitkräfte. Verletzt wurde niemand.
38 Tote im Libanon geborgen
Aus den Trümmern bombardierter Häuser sind laut Polizei am Dienstag 38 Leichen geborgen worden, darunter mindestens elf Kinder. Die meisten Toten befanden sich in einem von der israelischen Luftwaffe zerstörten achtstöckigen Haus in einem Schiitenviertel der Hauptstadt Beirut. Die Rettungsmannschaften glauben jedoch, dass sie zahlreiche Tote noch nicht gefunden haben.
Montag, 14. August 2006
Hisbollah-Kämpfer beschossen
Wenige Stunden nach Inkrafttreten der Waffenruhe ist es im Südlibanon zu einem ernsten Zwischenfall gekommen. Israelische Soldaten schossen nach Angaben der Streitkräfte auf eine Gruppe von Hisbollah-Kämpfern. Diese hätten sich einem israelischen Posten «in bedrohlicher Weise» genähert, hieß es zur Begründung.
Waffenruhe tritt in Kraft
Im Libanon-Konflikt trat um 7 Uhr MESZ eine Waffenruhe in Kraft. Damit sollen die Feindseligkeiten zwischen Israel und der radikalislamischen Hisbollah nach mehr als einem Monat enden. Am Morgen war es nach ersten Angaben aus Tel Aviv und Beirut ruhig.
Sonntag, 13. August 2006
Hisbollah will Entwaffnung verweigern
Das libanesische Kabinett vertagte unterdessen eine Dringlichkeitssitzung im Streit um die Entwaffnung der Hisbollah. Das verlautete aus einer Regierungsquelle in Beirut. Nach libanesischen Presseberichten sagte Mohammed Fneisch, einer von zwei Hisbollah-Ministern, seinen Kabinettskollegen: «Soll die Armee doch losgehen und Waffen suchen, wir werden unsere nicht abgeben.»
Sechs Staaten an UN-Truppe beteiligt
An der geplanten Verstärkung der UN-Truppen im Südlibanon wollen sich nach Angaben aus Beirut bislang sechs Staaten beteiligen. Das Büro des libanesischen Ministerpräsidenten Fuad Siniora erklärte am Sonntagabend, Indonesien, Italien, Malaysia, Marokko, Spanien und die Türkei wollten sich mit Soldaten beteiligen, sofern «alle libanesischen Parteien ihre Beteiligung akzeptieren».
Fünf israelische Soldaten getötet
Bei Kämpfen mit der Hisbollah-Miliz im Libanon sind am Sonntag fünf israelische Soldaten getötet und weitere 25 verletzt worden. Das bestätigte ein israelischer Militärsprecher.
Schwere Luftangriffe auf Beirut
Israelische Kampfverbände haben erneut die südlichen Vororte der libanesischen Hauptstadt angegriffen. In Beirut waren zahlreiche heftige Explosionen zu hören. Auch die israelische Bodenoffensive im Südlibanon wurde fortgesetzt.
Israel billigt Nahost-Resolution
Die israelische Regierung hat die UN-Resolution zu einer Waffenruhe im Libanon angenommen. 24 Minister stimmten für die Entschließung, nur Verteidigungsminister Schaul Mofas enthielt sich.
Tote bei Angriffen auf beiden Seiten
Israel und die Hisbollah haben ihre Angriffe fortgesetzt. Bei israelischen Luftangriffen wurden nach libanesischen Angaben mindestens sieben Zivilisten getötet. Nahe Tyrus bombardierten israelische Kampfflugzeuge Tankstellen, die in Flammen aufgingen. Die Hisbollah verstärkte ihre Angriffe. Allein am Sonntagvormmittag gingen im Norden Israels 160 Geschosse nieder. Ein Bewohner eines Dorfes wurde getötet.
Iran sieht weitere Hisbollah-Angriffe als legitim
Die iranische Führung hat die geplante Waffenruhe für den Libanon begrüßt. Bevor diese in Kraft trete, dürfe die Hisbollah aber weiterhin Raketen auf Israel abschießen.
Waffenruhe soll Montagmorgen beginnen
Israel und der Libanon haben einem Termin für die von den Vereinten Nationen vermittelte Waffenruhe zugestimmt. Demnach sollen die gegenseitigen Angriffe am Montagmorgen um 7 Uhr eingestellt werden.
Samstag, 12. August 2006
Die libanesische Regierung hat der UN-Resolution für eine Waffenruhe im Nahen Osten zugestimmt. «Das Kabinett hat die UN-Resolution einmütig gebilligt - trotz einiger Vorbehalte», sagte Informationsminister Ghasi Aridi.
Israel will angeblich Kämpfe einstellen
Israel will nach Angaben eines hohen Regierungsvertreters die Kampfhandlungen im Libanon am Montag um 07.00 Uhr Ortszeit einstellen. Der Informant äußerte sich am Samstagabend unter der Bedingung, dass sein Name nicht genannt wird.
Hubschrauber Israels im Libanon abgeschossen
Bei den Kämpfen im Südlibanon ist am Samstagabend ein israelischer Hubschrauber abgeschossen worden. Wie eine Militärsprecherin in Tel Aviv sagte, stürzte der Hubschrauber nach dem Treffer ab. Angaben zur Besatzung oder zum Schicksal der Soldaten an Bord machte sie nicht.
Italien bereit zu Teilnahme an UN-Mission
Italien hat eine Beteiligung an der geplanten UN-Truppe im Libanon zugesagt. Die Regierung in Rom begrüßte die Verabschiedung der Resolution im Weltsicherheitsrat.
Israel will Bodenoffensive fortsetzen
Die israelische Armeeführung geht davon aus, dass die Bodengefechte im Libanon noch eine Woche andauern. Ungeachtet der jüngsten UN-Resolution wurde die Offensive nochmals verstärkt.
Tote bei israelischem Bombardement
Die israelische Luftwaffe hat trotz der vom UN-Sicherheitsrats geforderten Einstellung der Kämpfe weiter Ziele im Libanon bombardiert. Bei Angriffen auf ein Dorf im Süden des Landes starben nach libanesischen Angaben mindestens 15 Zivilisten.
Flüchtlingskonvoi im Libanon beschossen
Bei einem israelischen Raketenangriff auf einen libanesischen Flüchtlingskonvoi sind laut Augenzeugen sieben Zivilisten getötet und etwa 40 verletzt worden. Die israelische Armee rechtfertigte ihr Vorgehen damit, dass der Konvoi keine Fahrgenehmigung erhalten habe.
UN-Nahost-Resolution einstimmig verabschiedet
Geschlossen hat der Weltsicherheitsrat Israel und die Hisbollah zur Beendigung der Kämpfe aufgefordert. Beide Konfliktparteien deuteten an, der Entschließung zustimmen zu wollen.
Freitag, 11. August 2006
UN-Konvoi angegriffen
Ein UN-Konvoi mit mehr als 2000 Zivilisten ist nach libanesischen Angaben unter israelischen Beschuss geraten. Mindestens vier Menschen seien getötet und mehr als 20 weitere verletzt worden, einige schwer, teilten Krankenhäuser und Polizei im Südlibanon mit.
Sicherheitsrat berät Libanon-Resolution
Der Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York hat Beratungen über eine Libanon-Resolution aufgenommen. Der Außenminister von Katar, Scheich Hamad bin Jassim bin Jaber al-Thani, sagte als Vertreter der Arabischen Liga: «Wir sind einer Einigung sehr nahe.»
USA und Frankreich einig bei Nahost-Resolution
Die USA und Frankreich haben sich in New York auf einen gemeinsamen Entwurf für eine Libanon-Resolution geeinigt. Der Entwurf werde am Freitag um 21:00 MESZ im Weltsicherheitsrat eingebracht, verlautete aus französischen Delegationskreisen.
Angeblich israelisches Boot zerstört
Die radikalislamischen Hisbollah-Milizen haben nach eigenen Angaben ein israelisches Schnellboot vor der südlibanesischen Küste versenkt. Die Hisbollah erklärte, sie habe ein Schiff vor der Hafenstadt Tyrus mit 12 Soldaten an Bord getroffen.
Israel weitet Bodenoffensive aus
Der israelische Verteidigungsminister Amir Perez hat eine Ausweitung der Bodenoffensive im Südlibanon angeordnet. Das verlautete aus Sicherheitskreisen in Jerusalem. Kurz zuvor hatte Ministerpräsident Ehud Olmert Perez angewiesen, sich auf einen entsprechenden Schritt vorzubereiten.
Rakete der Hisbollah trifft UN-Quartier
Ein französischer Soldat ist in der Nacht zum Freitag im Hauptquartier der Unifil-Truppen im Libanon durch eine Katjuscha-Rakete der Hisbollah leicht verletzt worden. Das berichtete der Sprecher der internationalen UN-Truppe, Milos Struger. Der Treffer habe in dem Hauptquartier in Nakura außerdem Sachschaden angerichtet.
Papst entsendet Kardinal nach Nahost
Papst Benedikt XVI. will einen Kardinal als Sondergesandten in den Libanon entsenden. Kardinal Roger Etchegaray werde am Dienstag gemeinsam mit dem Patriarchen der maronitischen Christen im Libanon, Kardinal Pierre Nasrallah Sfeir, eine Messe feiern, hieß es am Freitag im Vatikan.
Flugblätter mit Namen toter Hisbollah-Kämpfer
Israel hat über dem Libanon Flugblätter mit den Namen von 100 angeblich getöteten Hisbollah-Mitgliedern abgeworfen. Damit sollen Anhänger der Miliz demoralisiert werden.
Islamische Länder wollen Verurteilung Israels
Elf Mitglieder des UN-Menschenrechtsrats haben einen Resolutionsentwurf unterzeichnet, der ein Urteil gegen Israel fordert. Dem Land wird die systematische Verletzung von Menschenrechten vorgeworfen.
UN-Friedenstruppe soll Soldaten eskortieren
Die im Südlibanon stationierte UN-Truppe Unifil soll 350 libanesische Sicherheitskräfte aus dem Ort Mardschajun eskortieren, die dort von der israelischen Armee festgehalten werden. Zwei Panzerfahrzeuge seien nach Mardschajun aufgebrochen, um einen Konvoi mit den libanesischen Soldaten aus der Stadt zu geleiten, hieß es aus libanesischen Sicherheitskreisen.
Zwölf Tote auf Brücke im Libanon
Bei israelischen Luftangriffen auf eine Brücke im Norden des Libanon sind nach Angaben des Zivilschutzes zwölf Menschen ums Leben gekommen. Bei der ersten Attacke auf die Al-Hissa-Brücke in Akkar seien fünf Libanesen getötet worden. Dann seien Dorfbewohner herbeigeeilt, um nach den Opfern zu sehen. Die Luftwaffe habe die Brücke jedoch erneut unter Beschuss genommen, so dass sieben weitere Menschen gestorben seien.
Indonesische Islamisten unterstützen Hisbollah
Die einflussreiche indonesische Muslim-Organisation Muhammadiyah hat ihre rund 30 Millionen Mitglieder zu Spenden für die Hisbollah und die Hamas aufgerufen. Sie sollen Waffenkäufe der Extremisten finanzieren.
Erneut schwere Angriffe auf Beirut
Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht wieder Ziele im Libanon bombardiert. Nahe der Ortschaft Akkar wurden nach Angaben der libanesischen Polizei fünf Menschen getötet. In Beirut waren mindestens zehn heftige Explosionen zu hören. Bei Bodengeefechten im Süden des Landes starb ein israelischer Soldat, neun weitere wurden verwundet.
Russland legt Resolutionsentwurf vor
Russland hat dem UN-Sicherheitsrat einen eigenen Nahost-Resolutionsentwurf präsentiert, in dem eine 72-stündige Feuerpause gefordert wird. Auf diese Weise soll humanitäre Hilfe für die Bevölkerung ermöglicht werden.
Donnerstag, 10. August 2006
Fortschritte bei Verhandlungen über Resolution
Frankreich erwartet «jeden Moment» eine Einigung über die geplante Libanon-Resolution des Weltsicherheitsrates. «In den vergangenen 24 Stunden gab es sehr positive Entwicklungen«, sagte der französische Außenminister Philippe Douste-Blazy in Paris.
Mubarak wirft USA Zögerlichkeit vor
Der ägyptische Präsident Husni Mubarak hat den USA eine zu zögerliche Haltung in der Libanon-Krise vorgeworfen. «Die USA hat nicht ausreichend und schnell genug gehandelt, um die Situation unter Kontrolle zu bringen», sagte Mubarak am Donnerstag.
Israel dementiert Kasernenbesetzung
Israel hat libanesische Berichte zurückgewiesen, wonach israelische Truppen eine Kaserne in der südlibanesischen Grenzstadt Mardschajun besetzt hielten. Eine israelische Sprecherin sagte, wegen der Kämpfe hätten israelische Soldaten libanesische Militärs gedrängt, aus Sicherheitsgründen zu bleiben.
Grenzübergang nur kurz auf
Nach nur wenigen Stunden hat Israel den Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten wieder geschlossen. Grund ist laut israelischer Armee die erhöhte Sicherheitsstufe. Der wichtige Grenzübergang war erst am Morgen wieder eröffnet worden. Er war Ende Juli nach der Entführung eines israelischen Soldaten durch militante Palästinenser geschlossen worden.
Angriff auf Leuchtturm von Beirut
Die israelische Armee hat von einem Kriegsschiff aus den alten Leuchtturm von Beirut unter Beschuss genommen. Dieser erste Angriff in der Nähe der Innenstadt löste in einigen Vierteln Panik aus.
Heftige Gefechte um Dorf Mardschajun
In der Umgebung der südlibanesischen Ortschaft Mardschajun haben sich israelische Soldaten und die Hisbollah schwere Kämpfe geliefert.
Flugblätter über Nordlibanon abgeworfen
Aus israelischen Kampfflugzeugen sind erstmals Flugblätter über dem Norden des Libanon abgeworfen worden. Die Bewohner der Region nördlich von Tripoli wurden davor gewarnt, dass nach 20 Uhr keine Lastwagen mehr fahren dürften. Damit sollen Raketentransporte der Hisbollah verhindert werden.
Israel setzt erweiterte Bodenoffensive aus
Die israelische Armee will die angekündigte erweiterte Bodenoffensive um mehrere Tage verschieben. Die Diplomatie solle eine Chance erhalten, verlautete aus Regierungskreisen.
150 israelische Luftangriffe binnen 24 Stunden
Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht zahlreiche Ziele im Libanon attackiert. Binnen 24 Stunden seien 150 Angriffe geflogen worden, sagte ein Armeesprecher.
Mittwoch, 9. August 2006
Israel für Ausweitung der Bodenoffensive
Das israelische Sicherheitskabinett hat beschlossen, die Armee tiefer in den Libanon vorstoßen zu lassen. Die neue Bodenoffensive soll mindestens 30 Tage dauern.
US-Regierung fordert Ende der Gewalt
Die US-Regierung hat den Beschluss zur Ausweitung der Bodenoffensive abgelehnt. Sie fordert ein Ende der Eskalation in Nahost, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Tony Snow, in Texas.
Hisbollah für libanesische Soldaten
Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah hat dem Vorschlag zur Entsendung von 15.000 Soldaten in die Grenzregion zugestimmt. Zugleich kündigte er neue Angriffe auf Haifa an.
Bisher 3300 Raketenangriffe der Hisbollah
Seit Beginn des Libanon-Kriegs hat die Hisbollah nach Angaben der israelischen Polizei bereits rund 3300 Raketen auf Nordisrael abgefeuert. 36 Bewohner nordisraelischer Dörfer sowie der Stadt Haifa wurden dabei getötet.
Israelische Militärführung ausgewechselt
Die Dauer der Militäroffensive im Libanon stößt in Israel zunehmend auf Kritik. Die Spitze der Armee wurde neu besetzt. Das Kabinett berät derweil über eine Ausweitung der Bodenoffensive.
Frankreich und USA verzögern UN-Resolution
Bei den Beratungen über eine Libanon-Resolution im UN-Sicherheitsrat gibt es Differenzen über den Umgang mit arabischen Forderungen. Frankreich schlägt Änderungen an dem Text vor, die die USA ablehnen. Der französische Präsident Chirac forderte die USA zum Einlenken auf.
Steinmeier hofft auf Diplomatie
Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat in Israel vor einem Nachlassen der diplomatischen Bemühungen gewarnt. Zugleich sagte er, zum Status Quo vor der Krise dürfe nicht zurückgekehrt werden: Die Hisbollah müsse von der Grenzregion zu Israel weg.
Zypern bietet sich als Stützpunkt an
Zypern hat sich als möglichen Stützpunkt für eine Libanon-Truppe angeboten. Ob die Türkei dem Vorschlag auch zustimmen wird, ist noch unklar. Ankara erkennt die Republik Zypern wegen der seit 1974 andauernden Teilung der Insel nicht an.
Mehr als 100 Angriffe auf Libanon
Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht zum Mittwoch mehr als 100 Angriffe auf Ziele im Libanon geflogen. Es seien vor allem Gebäude angegriffen worden, die von der Hisbollah als Unterschlupf oder Kommandoposten benutzt würden, sagte eine Militärsprecherin in Tel Aviv.
EU-Ratspräsident kritisiert Offensive
Als «inakzeptabel» hat der amtierende EU-Ratspräsident Erkki Tumoioja im «Tagesspiegel» Israels Offensive im Libanon bezeichnet. Auch sei die Idee unrealistisch, dass internationale Truppen in die Krisenregion gingen, so lange dort noch gekämpft würde.
Zwei israelische Soldaten getötet
Zwei israelische Fallschirmjäger sind bei einer Operation im Süden des Libanon getötet worden. Ein dritter Soldat sei leicht verwundet worden, als die Einheit von Milizionären der radikalislamischen Hisbollah angegriffen worden sei.
Zähe Gespräche über Libanon-Resolution
Die Verhandlungen über eine Libanon-Resolution des Weltsicherheitsrates sind erneut ins Stocken geraten. Man komme zurzeit nicht voran, verlautete aus UN-Kreisen in New York.
Flüchtlingslager beschossen
Die israelische Marine hat in der Nacht zum Mittwoch das größte palästinensische Flüchtlingslager im Libanon unter Beschuss genommen. Nach libanesischen Angaben wurde dabei mindestens ein Mensch getötet, drei weitere Personen wurden verletzt.
Zahlreiche Tote bei Luftangriffen
Die Zahl der Opfer israelischer Luftangriffe im Libanon steigt ständig an. Nach der Bombardierung des Beiruter Stadtteils Tschiah wurden bis Dienstagabend 30 Leichen aus den Trümmern geborgen. (nz)