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Zentralrat wehrt sich gegen interne Kritik

08. Aug 2006 15:01
Israelische Panzer im israelisch-libanesischem Grenzgebiet
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Innerhalb des Zentralrats der Juden in Deutschland ist ein Streit über die Haltung zur Situation in Nahost entbrannt. Generalsekretär Kramer wies interne Kritik am israelischen Vorgehen im Libanon «in aller Schärfe» zurück.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat seine Solidarität mit Israel bekräftigt und interne Kritik am militätischen Vorgehen im Libanon scharf zurückgewiesen. «Der Zentralrat bleibt bei seiner solidarischen Haltung zu Israel und den Menschen dort», sagte Generalsekretär Stephan Kramer der Netzeitung. «Daran wird sich auch durch die abstruse Meinung des Herrn Verleger nichts ändern.»

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Kramer reagierte damit auf einen innerhalb des Zentralrats verschickten Brief von Rolf Verleger. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinschaft Schleswig-Holstein, der auch dem Direktorium des Zentralrats angehört, verurteilt in dem Schreiben «Israels Gewaltpolitik».

Damit stellt sich Verleger gegen die Haltung der Zentralratsspitze, die seit Ausbruch der kriegerischen Auseinandersetzung vor knapp vier Wochen mehrfach öffentlich ihre Solidarität mit Israel bekundet und «einseitige Kritik an Israel» scharf zurückgewiesen hat.

Hintergrund: Kritischer Brief
In seinem Brief an das Präsidium des Zentralrats, aus dem die Berliner «Tageszeitung» (taz) zitiert, kritisiert Verleger die Haltung der Zentralratsspitze: Sie habe «öffentlich Partei für die militärischen Maßnahmen der israelischen Regierung gegen den Libanon ergriffen».

Es sei ihm zwar «klar, dass sie damit die Mehrheitsmeinung der Juden in Deutschland ausdrücken». Er hätte jedoch vom Präsidium «noch etwas mehr erwartet».

Stephan Kramer
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Unter Hinweis auf das Gebot des Judentums «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst» fordert Verleger von der Zentralratsspitze eine differenzierte Haltung zum israelischen Vorgehen im Libanon. Es habe nichts mehr mit dem «eigentlichen» Judentum zu tun, wenn der jüdische Staat «andere Menschen diskriminiert, in Kollektivverantwortung bestraft, gezielte Tötungen ohne Gerichtsverfahren praktiziert, für jeden getöteten Landsmann zehn Libanesen umbringen lässt und ganze Stadtviertel in Schutt und Asche legt», klagt der jüdische Funktionär in seinem Brief. Und: «Ich kann doch wohl vom Zentralrat der Juden in Deutschland erwarten, dass dies wenigstens als Problem gesehen wird.»

Kramer wies Verlegers Analyse scharf zurück. «Er bedient sich in seinem Schreiben anti-israelischen Klischees, die durch keine sachlichen Argumente belegt sind.» Zwar habe jedes Zentralrats- Mitglied das «Recht auf eine eigene Meinung», räumte der Generalsekretär ein.

Verleger vertrete aber eine «Mindermeinung», betonte Kramer. Daher habe die Präsidentin des Zentralrats, Charlotte Knobloch, dessen Äußerungen in einem Brief an ihn «in aller Schärfe zurückgewiesen».

 
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