08.08.2006
Herausgeber: netzeitung.de
FDP-Außenexperte Gerhardt
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Der außenpolitische Sprecher der FDP Gerhardt hat die militärische Strategie Israels kritisiert. Trotz Solidarität könne er nicht jeden Angriff gutheißen.
Der FDP-Außenexperte Wolfgang Gerhardt hat das Vorgehen Israels im Libanon als unverhältnismäßig kritisiert. Israel wehre sich zwar gegen Angriffe und Terroranschläge der Hisbollah, «aber die militärische Logik des Ganzen ist weltweit niemandem mehr vermittelbar», sagte Gerhardt im Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). «Wir stehen in Solidarität zu Israel», aber deshalb könne er nicht jeden Militärschlag gutheißen, fügte der FDP-Politiker gegenüber der «Leipziger Volkszeitung» hinzu.
Die Hisbollah nehme auf zivile Opfer keine Rücksicht, aber auch Israel kalkuliere sie ein und zwar in einer Dimension, die unverhältnismäßig sei. «Die israelischen Militärs haben sich verkalkuliert. Und nicht nur das. Die Hisbollah bekommt sogar Zulauf», sagte Gerhardt.
«Wir müssen zu einem Waffenstillstand auffordern und können nicht die amerikanische Linie weiterfahren, Israel noch etwas Zeit zu geben.» Er glaube, dass Israel mit militärischen Mitteln nicht zum Erfolg kommen werde.
Nahostkonflikt «sträflich vernachlässigt»Den Resolutionsentwurf des UN-Sicherheitsrates bezeichnete der frühere FDP-Chef als unzureichend. In den Text gehörten auch Elemente einer späteren Friedenslösung, dazu zähle nicht nur eine internationale Schutztruppe, sondern auch ein Gefangenenaustausch.
Zudem müsse den Palästinensern im Gazastreifen eine wirtschaftliche Perspektive eröffnet werden. Gerhardt kritisierte auch die Rolle des Westens in dem Konflikt: Über dem Iran-Disput hätten Amerikaner und Europäer den Nahostkonflikt «sträflich vernachlässigt». Jetzt stünden sie «ein Stück weit vor den Scherben dieser Politik».(nz)