08.08.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Sicherheitsrat der Vereinten Nationen
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Noch keine Einigung im Sicherheitsrat über eine Libanon- Resolution: Beirut plädiert dafür, nach dem Abzug von Israels Streitkräften 15.000 eigene Soldaten im Süden des Landes zu stationieren. Israel hält das für zu riskant.
Der Friedensplan der libanesischen Regierung dominiert die Suche nach einer diplomatischen Lösung für den Libanonkonflikt. Eine Delegation der Arabischen Liga wollte sich am Dienstag vor dem Weltsicherheitsrat für Beiruts Vorschläge stark machen. Die USA und Frankreich nahmen angesichts der neuen Entwicklung die Verhandlungen über ihren Text für eine erste Libanon-Resolution wieder auf.
Derweil ließ sich UN-Generalsekretär Kofi Annan vom Gesandten des libanesischen Ministerrates, Tarek Mitri, über das Angebot seiner Regierung unterrichten. Beirut hatte angekündigt, die israelischen Streitkräfte im Süden des Landes durch 15.000 eigene Soldaten ablösen zu lassen. Israels UN-Botschafter Dan Gillerman lehnte den Plan jedoch als zu gefährlich ab.
Israel werde Südlibanon «erst dann verlassen, wenn eine robuste und brauchbare internationale Truppe dort im Einsatz ist». Es sei zu riskant, ein Vakuum im Grenzgebiet zu hinterlassen, das nur wieder von den Hisbollah-Milizen ausgenutzt würde, erklärte der Diplomat in einem Interview mit dem Fernsehsender CNN. Sowie die geplante internationale Truppe vor Ort sei, werde sein Land «nicht eine Sekunde länger» im Libanon bleiben, versicherte Gillerman.
Votum nicht mehr vor Mittwoch Der amerikanische UN-Botschafter John Bolton und sein französischer Amtskollege Jean-Marc de La Sablière berieten gut eineinhalb Stunden über Libanons Absage an ihren Resolutionsentwurf. Die Delegation der Arabischen Liga unter ihrem Generalsekretär Amr Mussa wollte Beiruts Position am Dienstagabend bei einer offenen Debatte im Sicherheitsrat Nachdruck verleihen.
Die Erwägung der libanesischen Alternativvorschläge dürfte die Verabschiedung der Resolution weiter verzögern, hieß es in New Yorks diplomatischen Kreisen. Demnach wird mit dem Votum nicht mehr vor Mittwoch oder Donnerstag gerechnet. Der Libanon kritisiert an dem französisch-amerikanischen Entwurf vor allem, dass dieser keinen vollständigen Rückzug Israels aus dem Libanon vorsieht.(nz)