Siniora korrigiert: Doch nur ein Toter bei Angriff
Auch bei dem Angriff auf den südlibanesischen Ort Kana am 30. Juli hatten die zunächst verbreiteten offiziellen libanesischen Opferzahlen nicht gestimmt. Anstatt 56 waren bei dem israelischen Luftangriff 28 Zivilisten getötet worden.
Am Abend bombardierte die israelische Luftwaffe ein bisher verschontes Wohngebiet der Hauptstadt Beirut. Laut dem örtlichen Roten Kreuz wurde ein Wohnhaus in dem südlichen Stadtteil Schijeh zerstört, in dem sieben Familien gewohnt hatten. Bisher haben Helfer fünf Menschen tot aus den Trümmern geborgen.
Am nunmehr 27. Tag des Libanonkonflikts war es bereits am frühen Morgen wieder zu intensiven Gefechten gekommen. Die Luftwaffe bombardierte vor allem Ziele nahe der Hafenstädte Tyrus und Sidon. Am Abend meldete ein Militärsprecher, in Bint Dschbeil im Südlibanon seien drei israelische Soldaten getötet worden. Libanon ruft indes in nicht näher genannter Zahl Reservisten ein. Sie sollen vermutlich an der Grenze zu Israel stationiert werden.
US-Präsident George W. Bush sprach sich erneut gegen einen sofortigen Rückzug der israelischen Truppen aus dem Libanon und einen Stopp der israelischen Angriffe aus. «Wir dürfen im Libanon kein Vakuum schaffen», sagte er. Denn dieses würden die Hisbollah-Milizen nutzen. Der Rückzug Israels wäre daher ein zu einfacher Weg. «Es ist Zeit, dass wir die Wurzeln des Problems angehen», sagte Bush. Er hoffe deshalb auf eine rasche Verabschiedung der UN-Resolutionen. (nz)

