netzeitung.deSiniora korrigiert: Doch nur ein Toter bei Angriff

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Fuad Siniora (Deutsche Presse-Agentur GmbH)

Lupe Fuad Siniora
Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH

Libanons Ministerpräsident Siniora hat seine Angaben zu einem vermeintlichen «Massaker» zurückgenommen. Bei dem Angriff sei nur ein Mensch getötet worden. In Beirut gab es Tote bei der Bombardierung eines Wohngebiets.

Bei dem Luftangriff auf das libanesische Grenzdorf Hula hat es offenbar doch nicht so viele Tote gegeben wie vom libanesischen Ministerpräsident Fuad Siniora behauptet. Er berichtigte seine eigenen Angaben: Die Zahl von 40 Toten, die er am Montag bei der Eröffnung einer Krisensitzung der Außenminister der Arabischen Liga in Beirut genannt hatte, sei «nicht korrekt», sagte er auf einer Pressekonferenz. Nach neuesten Polizeiangaben sei «lediglich ein Mensch» bei der Attacke ums Leben gekommen. 65 Menschen seien lebend aus den Trümmern geborgen worden.

Zuvor hatte Siniora Israel wegen des Angriffs «Staatsterrorismus» vorgeworfen und von «Märtyrern» gesprochen. Der Ministerpräsident war während seiner Rede in Tränen ausgebrochen und hatte auf eine «sofortige und bedingungslose Waffenruhe» gedrungen.

Auch bei dem Angriff auf den südlibanesischen Ort Kana am 30. Juli hatten die zunächst verbreiteten offiziellen libanesischen Opferzahlen nicht gestimmt. Anstatt 56 waren bei dem israelischen Luftangriff 28 Zivilisten getötet worden.

Am Abend bombardierte die israelische Luftwaffe ein bisher verschontes Wohngebiet der Hauptstadt Beirut. Laut dem örtlichen Roten Kreuz wurde ein Wohnhaus in dem südlichen Stadtteil Schijeh zerstört, in dem sieben Familien gewohnt hatten. Bisher haben Helfer fünf Menschen tot aus den Trümmern geborgen.

Am nunmehr 27. Tag des Libanonkonflikts war es bereits am frühen Morgen wieder zu intensiven Gefechten gekommen. Die Luftwaffe bombardierte vor allem Ziele nahe der Hafenstädte Tyrus und Sidon. Am Abend meldete ein Militärsprecher, in Bint Dschbeil im Südlibanon seien drei israelische Soldaten getötet worden. Libanon ruft indes in nicht näher genannter Zahl Reservisten ein. Sie sollen vermutlich an der Grenze zu Israel stationiert werden.

US-Präsident George W. Bush sprach sich erneut gegen einen sofortigen Rückzug der israelischen Truppen aus dem Libanon und einen Stopp der israelischen Angriffe aus. «Wir dürfen im Libanon kein Vakuum schaffen», sagte er. Denn dieses würden die Hisbollah-Milizen nutzen. Der Rückzug Israels wäre daher ein zu einfacher Weg. «Es ist Zeit, dass wir die Wurzeln des Problems angehen», sagte Bush. Er hoffe deshalb auf eine rasche Verabschiedung der UN-Resolutionen. (nz)