04.08.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Die Weltgemeinschaft wünscht ein schnelles Ende der Nahost-Eskalation. Israel stellt sich aber auf einen längeren Kampf gegen die Hisbollah-Miliz ein. Im Folgenden ein Überblick über aktuelle Meldungen. Dienstag, 8. August 2006 Deutsche Juden uneins über Nahost Der Zentralrat der Juden in Deutschland streitet über die Haltung zur Lage in Nahost. Generalsekretär Stephan Kramer wies interne Kritik am israelischen Vorgehen im Libanon «in aller Schärfe» zurück. Israel spielt auf Zeit Als «interessant» hat der israelische Regierungschef Ehud Olmert den libanesischen Plan für eine Truppenentsendung ins Grenzgebiet bezeichnet. Israel wolle den Vorschlag aber noch prüfen. Hilfslieferungen für Libanesen gestoppt Die israelische Armee hat Blockaden im Süden des Libanon errichtet und Fahrverbote für die Bevölkerung erlassen. Hilfsorganisationen erhielten keine Genehmigung für die Lieferung von Versorgungsgütern und Medikamenten. Heftige Bodenkämpfe an der Grenze Israelische Soldaten und Kämpfer der schiitischen Hisbollah-Miliz haben sich im israelisch- libanesischen Grenzgebiet heftige Gefechte am Boden geliefert. Besonders folgenreiche Zusammenstöße gab es laut der israelischen Armee nahe der libanesischen Stadt Bint Dschbail. Israel gegen libanesische Armee im Süden Israel hat einen Vorschlag der Regierung in Beirut abgelehnt, als Teil einer Vereinbarung zum Waffenstillstand die libanesische Armee im Süden des Landes zu stationieren. «Wir kennen die libanesische Armee», sagte Kabinettsminister Tsahi Hanegbi am Dienstag im israelischen Armeerundfunkt. «Das ist eine virtuelle Armee, die nie in einem echten Konflikt getestet wurde.» Montag, 7. August .zwischentitel { font: bold 11px verdana, arial, helvetica, sans-serif; display: block; padding: 1px 3px 1px 3px; } Israel startet Offensive nahe Tyrus Israelische Soldaten begannen mit einer Offensive gegen Hisbollah-Stellungen südlich der libanesischen Hafenstadt Tyrus. Rund 30 Soldaten landeten mit Hubschraubern auf einem Hügel nahe der Ortschaft Ras al Bijada. Israel will Staatssymbole angreifen Die israelische Armee hat angekündigt, nach der Hisbollah auch die libanesische Regierung ins Visier zu nehmen. Ziele seien die zentrale Infrastruktur des Landes und «Symbole der Regierung». Libanons Regierungschef korrigiert Angaben Mit inkorrekten Angaben über den vermeintlich bisher schwersten Luftangriff Israels hat Libanons Ministerpräsident Fuad Siniora für Aufsehen gesorgt. Zunächst war von einem «Massaker» im Dorf Hula mit 40 Toten die Rede, doch später stellte sich heraus, dass es nur einen Toten gab. Arabische Liga sendet Delegation Die Außenminister der Arabischen Liga haben in einer Sondersitzung in Beirut die Entsendung einer Delegation an die Uno beschlossen. So sollen die Interessen Libanons im Sicherheitsrat vertreten werden. Frankreich schlug den USA bereits vor, einige Änderungen des Libanon-Friedensplans in den UN-Resolutionsentwurf aufzunehmen. Israel nimmt Hamas-Abgeordneten fest Israelisches Militär hat im Westjordanland einen weiteren Abgeordneten der Hamas festgenommen. Viele Tote bei Hisbollah-Angriffen Bei Raketenangriffen der Hisbollah auf Nordisrael sind mindestens 15 Menschen getötet worden. Eine Rakete schlug in eine Menschenmenge vor einem Kibbuz ein, weitere trafen die Hafenstadt Haifa. Samstag und Sonntag, 5./6. August 2006 Fatwa gegen Hisbollah Ein ranghoher sunnitischer Geistlicher aus Saudi-Arabien hat eine Fatwa gegen die schiitische Hisbollah-Miliz erlassen. Die Hisbollah sei «die Partei des Teufels», heißt es in dem Edikt, das Scheich Safar al Hawali auf seiner Web-Site veröffentlichte. Bereits vor einer Woche hatte ein anderer Scheich in Saudi-Arabien dazu aufgerufen, die Hisbollah nicht länger zu unterstützen. Ägypten verhaftet 130 Islamisten Die ägyptische Polizei hat in der Stadt Assiut im Süden des Lands 130 Mitglieder der islamistischen Moslem-Bruderschaft festgenommen. Medien zufolge hatten am Vortag rund 2000 Sympathisanten der Bewegung gegen die «passive» Haltung der Regierung zum Konflikt im Libanon demonstriert. Acht Israelis bei Kämpfen in Tyrus verletzt In der libanesischen Hafenstadt Tyrus hat es schwere Kämpfe gegeben. Die israelische Armee teilte mit, acht Soldaten seien verletzt worden. Die Hisbollha-Miliz sagte dagegen, sie habe einen Angriff israelischer Fallschirmjäger vereitelt und dabei einen Soldaten getötet. Nach Angaben libanesischer Behörden kamen bei den Kämpfen auch ein libanesischer Soldat und ein Zivilist ums Leben. Bei einem Mörserangriff der Hisbollah im Osten des Landes starb ein israelischer Soldat. 70 neue Luftangriffe Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht zum Samstag etwa 70 Angriffe auf Ziele im Libanon geflogen. Dabei seien unterirdische Anlagen der Hisbollah, Waffenlager und Raketenstellungen zerstört worden, sagte ein Militärsprecher in Tel Aviv. Die Angriffe betrafen auch den Süden Beiruts und die Hafenstadt Tyrus. Freitag, 4. August 2006 23 Syrer unter Toten Zivilisten im Libanon Unter den Opfern des israelischen Angriffs auf einen landwirtschaftlichen Betrieb im Libanon sind 23 Syrer gewesen, meldete die amtliche syrische Nachrichtenagentur am Freitagabend. Ägypter demonstrieren gegen Libanon-Konflikt Rund 5000 Ägypter haben am Freitag in der Al-Azhar-Moschee in Kairo gegen die israelischen Angriffe im Libanon demonstriert. Zu der Kundgebung hatten die islamistische Moslem-Bruderschaft, die oppositionelle Arbeiterpartei und andere regiimekritische Gruppen aufgerufen. Siniora sieht Ende der Hisbollah Der libanesische Ministerpräsident Fuad Siniora glaubt an ein Ende der Hisbollah-Miliz. Allerdings nur unter der Bedingung, dass sich die Konfliktparteien im Nahen Osten auf einen dauerhaften Friedensplan einigen. «Die Hisbollah wird sich auflösen, wenn die Motive, die zu ihrer Schaffung geführt haben, ausgelöscht sind», sagte er der italienischen Zeitung «La Repubblica».
Dienstag, 8. August 2006Deutsche Juden uneins über NahostDer Zentralrat der Juden in Deutschland streitet über die Haltung zur Lage in Nahost. Generalsekretär Stephan Kramer wies interne Kritik am israelischen Vorgehen im Libanon «in aller Schärfe» zurück.
Israel spielt auf ZeitAls «interessant» hat der israelische Regierungschef Ehud Olmert den libanesischen Plan für eine Truppenentsendung ins Grenzgebiet bezeichnet. Israel wolle den Vorschlag aber noch prüfen.
Hilfslieferungen für Libanesen gestopptDie israelische Armee hat Blockaden im Süden des Libanon errichtet und Fahrverbote für die Bevölkerung erlassen. Hilfsorganisationen erhielten keine Genehmigung für die Lieferung von Versorgungsgütern und Medikamenten.
Heftige Bodenkämpfe an der GrenzeIsraelische Soldaten und Kämpfer der schiitischen Hisbollah-Miliz haben sich im israelisch- libanesischen Grenzgebiet heftige Gefechte am Boden geliefert. Besonders folgenreiche Zusammenstöße gab es laut der israelischen Armee nahe der libanesischen Stadt Bint Dschbail.
Israel gegen libanesische Armee im SüdenIsrael hat einen Vorschlag der Regierung in Beirut abgelehnt, als Teil einer Vereinbarung zum Waffenstillstand die libanesische Armee im Süden des Landes zu stationieren. «Wir kennen die libanesische Armee», sagte Kabinettsminister Tsahi Hanegbi am Dienstag im israelischen Armeerundfunkt. «Das ist eine virtuelle Armee, die nie in einem echten Konflikt getestet wurde.»
Montag, 7. AugustIsrael startet Offensive nahe TyrusIsraelische Soldaten begannen mit einer Offensive gegen Hisbollah-Stellungen südlich der libanesischen Hafenstadt Tyrus. Rund 30 Soldaten landeten mit Hubschraubern auf einem Hügel nahe der Ortschaft Ras al Bijada.
Israel will Staatssymbole angreifenDie israelische Armee hat angekündigt, nach der Hisbollah auch die libanesische Regierung ins Visier zu nehmen. Ziele seien die zentrale Infrastruktur des Landes und «Symbole der Regierung».
Libanons Regierungschef korrigiert AngabenMit inkorrekten Angaben über den vermeintlich bisher schwersten Luftangriff Israels hat Libanons Ministerpräsident Fuad Siniora für Aufsehen gesorgt. Zunächst war von einem «Massaker» im Dorf Hula mit 40 Toten die Rede, doch später stellte sich heraus, dass es nur einen Toten gab.
Arabische Liga sendet DelegationDie Außenminister der Arabischen Liga haben in einer Sondersitzung in Beirut die Entsendung einer Delegation an die Uno beschlossen. So sollen die Interessen Libanons im Sicherheitsrat vertreten werden. Frankreich schlug den USA bereits vor, einige Änderungen des Libanon-Friedensplans in den UN-Resolutionsentwurf aufzunehmen.
Israel nimmt Hamas-Abgeordneten festIsraelisches Militär hat im Westjordanland einen weiteren Abgeordneten der Hamas festgenommen.
Viele Tote bei Hisbollah-AngriffenBei Raketenangriffen der Hisbollah auf Nordisrael sind mindestens 15 Menschen getötet worden. Eine Rakete schlug in eine Menschenmenge vor einem Kibbuz ein, weitere trafen die Hafenstadt Haifa.
Samstag und Sonntag, 5./6. August 2006Fatwa gegen HisbollahEin ranghoher sunnitischer Geistlicher aus Saudi-Arabien hat eine Fatwa gegen die schiitische Hisbollah-Miliz erlassen. Die Hisbollah sei «die Partei des Teufels», heißt es in dem Edikt, das Scheich Safar al Hawali auf seiner Web-Site veröffentlichte. Bereits vor einer Woche hatte ein anderer Scheich in Saudi-Arabien dazu aufgerufen, die Hisbollah nicht länger zu unterstützen.
Ägypten verhaftet 130 IslamistenDie ägyptische Polizei hat in der Stadt Assiut im Süden des Lands 130 Mitglieder der islamistischen Moslem-Bruderschaft festgenommen. Medien zufolge hatten am Vortag rund 2000 Sympathisanten der Bewegung gegen die «passive» Haltung der Regierung zum Konflikt im Libanon demonstriert.
Acht Israelis bei Kämpfen in Tyrus verletztIn der libanesischen Hafenstadt Tyrus hat es schwere Kämpfe gegeben. Die israelische Armee teilte mit, acht Soldaten seien verletzt worden. Die Hisbollha-Miliz sagte dagegen, sie habe einen Angriff israelischer Fallschirmjäger vereitelt und dabei einen Soldaten getötet. Nach Angaben libanesischer Behörden kamen bei den Kämpfen auch ein libanesischer Soldat und ein Zivilist ums Leben. Bei einem Mörserangriff der Hisbollah im Osten des Landes starb ein israelischer Soldat.
70 neue LuftangriffeDie israelische Luftwaffe hat in der Nacht zum Samstag etwa 70 Angriffe auf Ziele im Libanon geflogen. Dabei seien unterirdische Anlagen der Hisbollah, Waffenlager und Raketenstellungen zerstört worden, sagte ein Militärsprecher in Tel Aviv. Die Angriffe betrafen auch den Süden Beiruts und die Hafenstadt Tyrus.
Freitag, 4. August 200623 Syrer unter Toten Zivilisten im LibanonUnter den Opfern des israelischen Angriffs auf einen landwirtschaftlichen Betrieb im Libanon sind 23 Syrer gewesen, meldete die amtliche syrische Nachrichtenagentur am Freitagabend.
Ägypter demonstrieren gegen Libanon-KonfliktRund 5000 Ägypter haben am Freitag in der Al-Azhar-Moschee in Kairo gegen die israelischen Angriffe im Libanon demonstriert. Zu der Kundgebung hatten die islamistische Moslem-Bruderschaft, die oppositionelle Arbeiterpartei und andere regiimekritische Gruppen aufgerufen.
Siniora sieht Ende der HisbollahDer libanesische Ministerpräsident Fuad Siniora glaubt an ein Ende der Hisbollah-Miliz. Allerdings nur unter der Bedingung, dass sich die Konfliktparteien im Nahen Osten auf einen dauerhaften Friedensplan einigen. «Die Hisbollah wird sich auflösen, wenn die Motive, die zu ihrer Schaffung geführt haben, ausgelöscht sind», sagte er der italienischen Zeitung «La Repubblica».