Israel will «in vollem Umfang» weiterkämpfen
Israel hatte nach dem Blutbad in der libanesischen Ortschaft Kana am späten Sonntagabend eine teilweise Einstellung der Luftangriffe verkündet, jedoch mehrere Ausnahmen festgelegt, bei denen weiter bombardiert werden sollte. Die Frist läuft um 2 Uhr Ortszeit (1 Uhr MESZ) aus. Am Dienstagabend schlugen im Norden Israels erneut mehrere von der Hisbollah abgefeuerte Katjuscha-Raketen ein. Es gab zunächst keine Angaben zu Verletzten.
Unmittelbar vor Beginn der vierten Kriegswoche hatte Israel am Dienstag seine Bodenoffensive zur Zerschlagung der Hisbollah-Miliz im Südlibanon noch einmal ausgeweitet. Israelische Soldaten und pro-iranische Hisbollah-Kämpfer lieferten sich heftige Gefechte. Auch die Luftwaffe wurde eingesetzt. Wegen der Kämpfe kamen Hilfskonvois zu den eingeschlossenen Zivilisten nicht durch.
Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert sieht bei den seit drei Wochen andauernden Kämpfen im Libanon «beeindruckende und möglicherweise nie da gewesene Erfolge» Israels. Das «Gesicht des Nahen Ostens» habe sich mit dem Feldzug verändert, sagte er nach israelischen Medienberichten während einer Ansprache im College für Nationale Sicherheit in Glilot bei Herzlia.
Die israelische Bevölkerung steht nach den Worten von Vizeregierungschef Schimon Peres geschlossen hinter der Militäraktion gegen die Hisbollah. «Ich kann mich nicht daran erinnern, dass die Israels jemals so geeint gewesen wären wie heute», sagte Peres am Dienstag im Institut für Nahost- Politik in Washington. «Wir wurden angegriffen, und wir müssen uns verteidigen.» Justizminister Ramon sagte, Israel könne im Kampf gegen Hisbollah Erfolge vorweisen. Die Organisation befinde sich vor dem Zusammenbruch. Mit Geduld und Entschlossenheit könne Israel den Krieg gewinnen. (nz)

