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Israel will «in vollem Umfang» weiterkämpfen

01. Aug 2006 23:07
Israelische Kampfflugzeuge
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Israels Justizminister Ramon hat angekündigt, nach Ende der offiziellen Feuerpause die Angriffe im Libanon mit Härte fortzusetzen. Tatsächlich haben Kampfjets Stunden vor Ende der Frist Ziele im Osten des Landes attackiert.

Israel will nach der 48-stündigen Pause seine Luftangriffe im Libanon im «vollen Umfang» wieder aufnehmen. Das kündigte Justizminister Chaim Ramon am Dienstagabend im israelischen Fernsehen an. Die Luftwaffe werde von der Nacht zum Mittwoch an wieder uneingeschränkt Ziele der radikal-islamischen Hisbollah-Miliz bombardieren.

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Tatsächlich haben israelische Kampfflugzeuge bereits am Dienstagabend mindestens fünf angebliche Stellungen der Hisbollah im Osten des Libanon angegriffen. Augenzeugen erklärten, Ziel der Angriffe sei erneut die Umgebung der Ortschaft Baalbek gewesen. Seit Beginn der Kämpfe vor 21 Tagen flog die israelische Luftwaffe dort wiederholt Angriffe. Der Einsatz der Kampfflugzeuge erfolgte drei Stunden vor dem offiziellen Ende der von Israel verkündeten Feuerpause der Luftwaffe.

Israel hatte nach dem Blutbad in der libanesischen Ortschaft Kana am späten Sonntagabend eine teilweise Einstellung der Luftangriffe verkündet, jedoch mehrere Ausnahmen festgelegt, bei denen weiter bombardiert werden sollte. Die Frist läuft um 2 Uhr Ortszeit (1 Uhr MESZ) aus. Am Dienstagabend schlugen im Norden Israels erneut mehrere von der Hisbollah abgefeuerte Katjuscha-Raketen ein. Es gab zunächst keine Angaben zu Verletzten.

Unmittelbar vor Beginn der vierten Kriegswoche hatte Israel am Dienstag seine Bodenoffensive zur Zerschlagung der Hisbollah-Miliz im Südlibanon noch einmal ausgeweitet. Israelische Soldaten und pro-iranische Hisbollah-Kämpfer lieferten sich heftige Gefechte. Auch die Luftwaffe wurde eingesetzt. Wegen der Kämpfe kamen Hilfskonvois zu den eingeschlossenen Zivilisten nicht durch.

Olmert sieht «beeindruckende Erfolge»

Nach Aufhebung einer Nachrichtensperre bestätigte die israelische Armee am Abend den Tod dreier Soldaten bei einem Feuergefecht nahe der Ortschaft Aita al-Schaab im südlibanesischen Grenzgebiet. Seit Beginn der Kämpfe seien 36 Soldaten und 18 israelische Zivilisten getötet worden, teilte ein israelischer Militärsprecher weiter mit. Die Hisbollah gab die Zahl ihrer seit dem 12. Juli getöteten Kämpfer mit 43 an.

Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert sieht bei den seit drei Wochen andauernden Kämpfen im Libanon «beeindruckende und möglicherweise nie da gewesene Erfolge» Israels. Das «Gesicht des Nahen Ostens» habe sich mit dem Feldzug verändert, sagte er nach israelischen Medienberichten während einer Ansprache im College für Nationale Sicherheit in Glilot bei Herzlia.

Die israelische Bevölkerung steht nach den Worten von Vizeregierungschef Schimon Peres geschlossen hinter der Militäraktion gegen die Hisbollah. «Ich kann mich nicht daran erinnern, dass die Israels jemals so geeint gewesen wären wie heute», sagte Peres am Dienstag im Institut für Nahost- Politik in Washington. «Wir wurden angegriffen, und wir müssen uns verteidigen.» Justizminister Ramon sagte, Israel könne im Kampf gegen Hisbollah Erfolge vorweisen. Die Organisation befinde sich vor dem Zusammenbruch. Mit Geduld und Entschlossenheit könne Israel den Krieg gewinnen. (nz)

 
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