netzeitung.deMillionen-Schaden durch Ölteppich vor Libanon

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Durch Öl verschmutzter Strand in Beirut (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Durch Öl verschmutzter Strand in Beirut
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Durch einen über 100 Kilometer langen Ölteppich vor dem Libanon droht immenser Schaden. Laut Umweltexperten könnte sich das nach israelischen Luftangriffen aus Tanks ausgetretene Öl in Richtung Zypern und Türkei verbreiten.

Ein vor dem Libanon treibender riesiger Ölteppich kann Schäden und Folgekosten in Höhe von 250 Millionen Dollar verursachen, wie der libanesische Umweltexperte Wael Hmaidan am Dienstag in Beirut erklärte. Der inzwischen über 100 Kilometer lange Ölteppich hatte sich nach israelischen Luftangriffen auf die Öltanks eines küstennahen libanesischen Kraftwerks vor zwei Wochen gebildet.

Laut Hmaidan wollen libanesische Organisationen für Umweltschutz mit den Aufräumarbeiten, die bislang durch israelisches Bombardement verhindert würden, «bald» beginnen. Der Ölteppich verschmutzte Küstenabschnitte und Strände entlang der libanesischen Mittelmeerküste und breitete sich zu Wochenbeginn in Richtung Syrien aus. Es wird befürchtet, dass er sich bis Zypern und in die Türkei ausdehnen könnte.

Wie Hmaidan weiter sagte, sei unter den Umweltschutzorganisationen im Libanon die Entschlossenheit gewachsen, ungeachtet der israelischen Angriffe mit den Aufräumarbeiten zu beginnen. «Das Problem ist so gravierend und die absehbaren Folgen eines weiteren Abwartens sind so katastrophal, dass uns die Bomben inzwischen egal sind», meinte der Berater für regierungsunabhängige Umweltschutzorganisationen.

Abbauprodukte in Nahrungskette
Die Umweltstiftung WWF Deutschland verwies darauf, dass Abbauprodukte des Öls in die Nahrungskette und damit zum Menschen gelangen können. Von den Meerestieren seien unter anderem die Karettschildkröte, die Grüne Meeresschildkröte und Tunfische gefährdet.

Sollte sich der Ölteppich Richtung Zypern und Türkei ausbreiten, könne er zu wichtigen Regionen für die Grüne Meeresschildkröte gelangen, die im Mittelmeer vom Aussterben bedroht sei, warnte WWF-Meeresökologe Stephan Lutter. Auch die Bestände des im östlichen Mittelmeer stark überfischten Roten Tunfisch drohe das Öl weiter zu dezimieren. (nz)