31.07.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Verwirrung um Explosionen in Israel
Israel hat Vorwürfe gegen die Hisbollah zurückgenommen. Die Miliz hat laut der Armee während der Feuerpause keine Raketen abgeschossen. Explosionen im Norden Israels seien absichtlich von der Polizei herbeigeführt worden.
Die israelischen Streitkräfte haben eigene Angaben korrigiert, wonach die libanesische Hisbollah trotz der von Israel verkündeten 48-stündigen Feuerpause das Nachbarland am Montagmorgen erneut angegriffen haben sollte.
Bei den Detonationen im Norden Israels habe es sich vielmehr um «kontrollierte Explosionen» gehandelt, die die Polizei herbeigeführt habe, erklärte die Armee. Angriffe der Hisbollah seien seit Beginn der Waffenpause in der Nacht nicht mehr registriert worden.
Zunächst hatte es geheißen, die Milizionäre hätten mehrere Raketen auf den Norden Israels abgefeuert. Unter anderem sei die Grenzstadt Kirjat Schmona getroffen worden.
Israel hat eine zweitägige Feuerpause verkündet, um die Umstände des tödlichen Luftangriffs auf die südlibanesische Ortschaft Kana zu untersuchen, wo am Sonntagmorgen mehr als 50 Zivilpersonen ums Leben kamen.
Israel will weiterkämpfenLaut einem Bericht der israelischen Zeitung «Haaretz» will die Armee die Militäroffensive im Libanon allerdings noch nicht beenden. Der Luftwaffe sei befohlen worden, weiterhin gegen Ziele vorzugehen, die eine Gefahr für Israel und seine Truppen darstellen könnten, hieß es aus Regierungskreisen.
Verteidigungsminister Amir Perez sagte in der Knesset, die Streitkräfte würden die Angriffe gegen die Hisbollah ausweiten. Deshalb werde Israel keinem sofortigen Waffenstillstand zustimmen. Zuvor hatte US-Außenministerin Condoleezza Rice die Erwartung geäußerte, dass eine Waffenruhe noch in dieser Woche geschlossen würde. (nz)