31. Jul 2006 08:09
Der Weltsicherheitsrat hat vor einer weiteren Eskalation der Gewalt im Nahen Osten gewarnt. Über den israelischen Angriff auf das Dorf Kana äußerte sich der Rat «extrem schockiert und erschüttert».
In einer schriftlichen Erklärung des Gremiums aus der Nacht zum Montag hieß es, man sei «besorgt über die Gefahr einer weiteren Eskalation der Gewalt und ihre Folgen für die humanitäre Situation».Um den Text hatte der Sicherheitsrat mehr als sechs Stunden debattiert. Nachdem die Erklärung vom amtierenden Ratspräsidenten Jean-Marc de La Sablière verlesen worden war, bekräftigten mehrere Diplomaten ihre Zufriedenheit. Libanons Sonderbotschafter Nouhad Mahmoud begrüßte vor allem die Zusage des Sicherheitsrates, im Libanonkonflikt «jetzt aktiv werden» zu wollen.
Stattdessen «missbilligt» der Weltsicherheitsrat ganz allgemein «den Verlust unschuldiger Menschenleben und das Töten von Zivilisten im gegenwärtigen (Libanon-) Konflikt». Russland und Frankreich erklärten nach der Sitzung vor Journalisten, dass sie eine klare Verurteilung des israelischen Luftangriffs und die Forderung nach einer sofortigen Waffenruhe vorgezogen hätten. Unterdessen lobte der amerikanische UN-Botschafter John Bolton Israels Versprechen, seine Luftangriffe 48 Stunden lang auszusetzen, um Bewohnern in Südlibanon die Möglichkeit zur Flucht zu geben. Außerdem könne das israelische Militär in dieser Zeit untersuchen, wie es zu dem Angriff auf Zivilisten in Kana kommen konnte.
De La Sablière begrüßte in seiner Eigenschaft als französischer UN-Botschafter, «dass sich der Sicherheitsrat jetzt endlich engagiert». Nun müsse ein Resolutionsentwurf ausgearbeitet werden, der die sofortige Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah verlange und alle Elemente für eine dauerhafte Lösung des Konflikts enthalte. Diesen Elementen müssten dann alle Betroffenen des Libanon- Konflikts zustimmen, die Hisbollah einschließlich. Eine internationale Sicherheitstruppe in den Libanon zu entsenden und die Hisbollah gegen ihren Willen zu entwaffnen, sei seiner Einschätzung nach nicht sinnvoll, sagte de La Sablière. (nz)