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Israel setzt Angriffe für 48 Stunden aus

31. Jul 2006 07:10, ergänzt 08:22
Hisbollah-Sympathisanten protestieren gegen Angriff auf das Dorf Kana
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Nach dem Luftangriff auf das libanesische Dorf Kana hat Israel zugesagt, die Bombardements vorübergehend einzustellen. US-Außenministerin Rice reicht das nicht - sie drängt auf einen Waffenstillstand.

Nach scharfer internationaler Kritik hat Israel am Montag seine Luftangriffe auf Südlibanon für 48 Stunden unterbrochen. Die Feuerpause habe begonnen, hieß es aus israelischen Regierungskreisen. Zuvor hatte ein Sprecher von US-Außenministerin Condoleezza Rice, die sich derzeit in Jerusalem aufhält, eine entsprechende Entscheidung angekündigt.

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  • Berichte, wonach die israelische Armee am Montag erneut Luftangriffe geflogen sei, dementierte eine Militärsprecherin. Die Attacken hätten sich vor Inkrafttreten der Erklärung um 2 Uhr Ortszeit (1 Uhr MESZ) ereignet. Laut dem israelischen Rundfunk sollen aber die Bodenangriffe ausgeweitet werden. Zusätzliche Reservisten werden demnach mobilisiert.

    Bis zum Ende der Feuerpause soll laut der israelischen Außenministerin Zipi Livni eine Untersuchung über den verheerenden Luftangriff auf das südlibanesische Dorf Kana abgeschlossen werden. Bei dem Angriff wurden am Sonntagmorgen mindestens 56 Menschen getötet - unter ihnen zahlreiche Frauen und Kinder. Das Bombardement hatte internationale Proteste ausgelöst.

    Rice will Waffenruhe noch in dieser Woche

    Rice bezeichnete den Vorfall als schrecklich und erklärte, sie wolle einen Waffenstillstand «so bald wie möglich». Sie halte eine Waffenruhe noch in dieser Woche für möglich, sagte sie in Jerusalem. In Israel und dem Libanon enstehe ein Konsens über die Bedingungen für eine «dringende Waffenruhe und eine langfristige Vereinbarung».

    Der Libanon muss laut Rice die Souveränität über alle Landesteile übernehmen. Die USA wollten den Weltsicherheitsrat aufrufen, noch in dieser Woche eine entsprechende Resolution zu verabschieden. Zuvor hatte US-Präsident George W. Bush bereits auf den Angriff reagiert und den «Verlust unschuldigen Lebens» beklagt. Er forderte einen «nachhaltigen Frieden» für die Region.

    Es wäre das zweite Mal in zehn Jahren, dass ein Angriff auf Kana zum Abbruch einer israelischen Offensive führt. Damals beschossen die israelischen Streitkräfte ein Flüchtlingslager der Vereinten Nationen in dem Dorf, 90 Menschen wurden getötet. Nach internationaler Empörung stoppte Israel damals seine Offensive. Israel machte am Sonntag die schiitische Hisbollah für die Tragödie in Kana verantwortlich. Deren Guerillas hätten vorsätzlich aus Dörfern heraus Raketen auf Israel abgefeuert und so Angriffe provoziert.

    Ministerpräsident Ehud Olmert äußerte tiefe Betroffenheit über den Tod so vieler Kinder. Er warf der Hisbollah aber vor, sie wolle «das Blut von Kindern sehen». Am Sonntag schoss die Hisbollah nach israelischen Angaben 157 Raketen ab - die höchste Zahl seit Beginn der Offensive, mit der die militante Organisation aus dem Süden Libanons vertrieben werden soll.

    Israel behält sich Angriffsrecht vor

    Der amerikanische Außenamtssprecher Adam Ereli sagte am Sonntagabend in Jerusalem, Israel habe sich während der Feuerpause das Recht anzugreifen für den Fall vorbehalten, dass es von geplanten Angriffen auf sein Territorium erfährt. «Die Vereinigten Staaten begrüßen die Entscheidung und hoffen, dass es das Leid der Kinder und Familien im Südlibanon lindert», sagte Ereli zu der geplanten Aussetzung von Luftwaffeneinsätzen über Südlibanon.

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  • Ereli sagte, die USA würden zusammen mit den Vereinten Nationen zusammenarbeiten, um eine 24-stündige Phase für sicheres Geleit für jene Einwohner des Südlibanons zu erreichen, die ihre Heimat verlassen wollen. «Wir erwarten, dass Israel diese Entscheidungen umsetzt damit der Fluss humanitärer Hilfe beträchtlich beschleunigt und verbessert wird», sagte Ereli. (nz)
     
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