30. Jul 2006 19:21, ergänzt 21:57
Nach dem Angriff auf ein libanesisches Dorf mit 56 Toten schließt Israel einen Waffenstillstand weiter aus. Bei einer Sitzung des Sicherheitsrates verurteilte UN-Generalsekretär Annan die Attacke «auf das Schärfste».
Der israelische UN-Botschafter Dan Gillerman wies die Forderung nach einem Waffenstillstand zurück. «Wir brauchen kein Ende der Feinseligkeiten und der Kämpfe, sondern ein Ende des Terrors und der Hisbollah», sagte Gillerman. Die 56 Toten von Kana «mögen durch israelisches Feuer ums Leben gekommen, aber sie sind die Opfer der Hisbollah», erklärte der israelische Botschafter. Das israelische Militär hatte den Angriff mit Raketen-Attacken der radikal- islamischen Hisbollah-Miliz begründet, die vom Gebiet des Dorfes Kana ausgegangen seien.Der libanesische Sonderbotschafter bei den Vereinten Nationen in New York, Nouhad Mahmoud, widersprach Gillerman. Israels eigentliches Ziel sei der Libanon und die libanesische Infrastruktur. Diese habe das israelische Militär lange vor seinen Angriffen auf Hisbollah-Positionen aufs Korn genommen.
Der Sicherheitsrat war auf Drängen des Libanons zu einer Dringlichkeitssitzung zusammengekommen. Das Gremium zog sich nach dem Redebeitrag Mahmouds zu Beratungen hinter geschlossenen Türen zurück.
Ungeachtet internationaler Forderungen nach einer Feuerpause hat Israel am Sonntagabend seine Luftangriffe im Libanon fortgesetzt. Kampfflugzeuge feuerten nach Augenzeugenberichten mindestens zwei Raketen auf Ziele in der Nähe der Ortschaft Jamuni im Nordosten des Landes. Rund 15 Kilometer entfernt hätten Soldaten aus Hubschraubern heraus mit Maschinengewehren geschossen, hieß es weiter. Die angegriffenen Ziele liegen rund 40 Kilometer westlich von Baalbek. Die Stadt gilt als Hochburg der Hisbollah-Miliz und war seit Beginn der Offensive am 12. Juli bereits mehrere Male von der israelischen Luftwaffe angegriffen worden. (nz)