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Libanon nennt Luftangriff «Kriegsverbrechen»

30. Jul 2006 12:10, ergänzt 13:09
Helfer tragen einen Verletzten aus zerstörtem Gebäude in Kana
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Der israelische Luftangriff auf ein Dorf hat im Libanon Wut und Entsetzen ausgelöst. Demonstranten stürmten das UN-Hauptquartier in Beirut. Die Hisbollah kündigte Vergeltung an. Israel bedauerte die zivilen Opfer.

Nach dem Angriff der israelischen Luftwaffe auf das Dorf Kana im Südlibanon mit 51 Toten hat Ministerpräsident Fuad Sinoira von einem «Kriegsverbrechen» gesprochen. Mit der Entscheidung, US-Außenministerin Condoleezza Rice auszuladen, zeige seine Regierung «Respekt vor den Seelen der unschuldigen Märtyrer und der Kinder, die unter den Trümmern begraben wurden».

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  • Hunderte wütende Demonstranten stürmten im Protest gegen den Angriff den Sitz der UN-Mission in Beirut. Die Menge zerstörte Fensterscheiben und Aufzüge und rief «Allah u akbar!» (Gott ist groß) und «Gott segne unseren Führer Nasrallah!», den Anführer der Hisbollah-Organisation.

    Helfern zufolge hatten sich mehr als 60 Menschen im Keller eines Gebäudes in Kana aufgehalten, als dieses von einem israelischen Geschoss getroffen wurde und komplett einstürzte. Unter den bisher 51 Toten sind auch 27 Kinder. Das israelische Militär begründete den Angriff auf das Dorf mit Raketen-Angriffen der radikal-islamischen Hisbollah-Miliz, die von der Umgebung des Dorfes ausgegangen seien.

    «Menschliche Schutzschilde»

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  • Der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Gideon Meir, bedauerte die zivilen Opfer. Die israelischen Streitkräfte versuchten mit allen Mitteln, zivile Opfer zu vermeiden, sagte er dem US-Sender CNN. Die Hisbollah missbrauchten die Zivilbevölkerung als «menschliche Schutzschilde», ergänzte er. Der israelische Arbeitsminister warnte, wer sich in der Nähe von Hisbollah-Gruppen aufhalte, werde verletzt: «Wir sagen das mit Betrübnis, aber sie müssen diese Ortschaften verlassen.»

    Die radikal-islamische Hisbollah-Bewegung drohte indes mit Rache. «Unsere Vergeltung dieses schrecklichen Massakers wird hart sein», kündigte ein Funktionär der Organisation in Beirut an.

    In der Ortschaft Jarun wurden am spätern Sonntagmorgen erneut Zivilisten getötet. Wie die libanesische Polizei mitteilte, hatten die fünf sich in einem Haus aufgehalten, das bombardiert wurde. Laut der Hisbollah wurden bei Gefechten um den Grenzort Taibe acht israelische Soldaten getötet. (nz)

     
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